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Sonntagsgottesdienste
im Dom:
  • Samstag: 19.00 Uhr
  • Sonntag:  10.00 Uhr
    11.15 Uhr (zusätzlich während der Schulzeit)
in der Seelsorgeeinheit:
  • im Albtal: So, 8.45 Uhr
  • in Menzenschwand:
    Sa, 19.15 Uhr / So. 9.30 Uhr
Öffnungszeiten des Doms
Während Gottesdiensten oder Veranstaltungen ist eine Besichtigung der Pfarrkirche nicht möglich!
Ansonsten ist der Dom geöffnet:
Winterzeit:   08:30 bis 17:00 Uhr
Sommerzeit: 08:00 bis 18:30 Uhr
Predigt-Archiv
05.09.2010: 23. Sonntag im Jahreskreis Drucken E-Mail

23. Sonntag im Jahreskreis C - 5. September 2010 - P. Kapeller SJ

Lesung: aus dem Buch der Weisheit 9,13 | Evangelium: nach Lukas 14,25

Einführung

Die Bibeltexte heute: Aus dem Buch der Weisheit ein Text über die Weisheit Gottes - im Evangelium dann die Weisheit Jesu, die auf uns alle verstörend wirken wird. „Die Frohbotschaft unseres Herrn Jesus Christus" möchte ich da nicht sofort sagen.

Ansprache

Irritierend - schockierend - eine Zumutung für das Zuhören - eine Zumutung für das Vortragen: das sind die Worte Jesu. Ich gestehe Ihnen gerne: ich war versucht, mir eine „bessere" Stelle aus dem Evangelium herauszusuchen als die für den heutigen Sonntag vorgeschriebene. Glatt bügeln möchte ich das heutige Evangelium nicht - kann es auch nicht. Man kann auch das Schockierende entschärfen, wie es unsere offizielle Bibelübersetzung tut: in der griechischen Sprache des Evangelisten Lukas klingen die Worte Jesu noch viel explosiver. Die Härte des Anspruchs Jesu bleibt, auch wenn ich diese Härte zu verstehen suche - sie aus der Situation heraus ein wenig erklären kann.

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29.08.2010: 22. Sontag im Jahreskreis Drucken E-Mail

22. Sonntag im Jahreskreis C - 29. August 2010 - P. Kappeler SJ

Lesung: aus dem Buch Jesus Sirach 3,17 | Evangelium: nach Lukas14,1

Einführung

Papst Johannes XXIII schrieb in sein Tagebuch: „Giovanni, nimm dich nicht so wichtig".

Die Bibeltexte heute machen diese Empfehlung: nimm dich nicht so wichtig - ist auch gar nicht nötig, weil einer dich für ganz wichtig nimmt. In solchem Glauben beginnen wir: Im Namen des Vaters....

Ansprache

Nimm dich selber nicht so wichtig, dann erfährst du, wem du lieb und teuer bist - dann erfährst du, wer dich wichtig nimmt - dann erfährst du, was wirklich wichtig ist in deinem Leben. Das muss ich mir wohl jeden Tag selber sagen

Einen Satz - eine Erkenntnis muss ich jetzt noch hinzunehmen. Der Satz geht so:

Gott weiß es - ich weiß es: einer von meiner Sorte ist genug. Gott weiß es - ich weiß es hoffentlich: einer von meiner Sorte ist genug.

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22.08.2010: 21. Sonntag im Jahreskreis Drucken E-Mail

21. Sonntag im Jahreskreis C - 22. August 2010 - P. Kappeler SJ

Lesung: aus dem Buch Jesaja 66,18 | Evangelium: nach Lukas 13,22

Einführung

Wer zu uns zum ersten Mal nach St. Blasien kommt, ist zunächst überwältigt von dem mächtigen Bauwerk, das wir Dom nennen. Will der Besucher dann hineingehen, muss er sich durch ein enges unbequemes Pförtchen drängen. Das große Portal ist geschlossen. Dieses Portal hat außen nicht einmal ein Schloss - ein Türklinke. Warum das so ist? Die Bibeltexte von heute geben uns darauf eine Antwort. Ich muss allerdings darauf aufmerksam machen: die Worte Jesu werden uns nicht schmecken - ja erschrecken.

Ansprache

Die Bibelworte heute sind die Erklärung für die beiden viel zu engen Türen in den Dom -auch für das große Portal, das nur von innen geöffnet werden kann.

Es war die Absicht des Erbauers Fürstabt Martin Gerbert und seines Architekten D'Ixnard: wer den Dom betritt, sollte eine Ahnung des Himmels bekommen: Gott ist Licht und Gott ist Weite. Die engen Türen und das verschlossene Portal sagen uns aber eindeutig: den Himmel kannst du dir nicht verdienen - er wird dir auch nicht nachgeworfen - er ist reines - unverdientes Geschenk. Eine Ahnung des Himmels sollte das innere des Domes vermitteln. Deshalb wollte der Fürstabt auch möglichst viele Gebeine von Heiligen in diesem Dom haben, die auf den Seitenaltären zu sehen waren. Es ist vielleicht gut so, dass die Mönche bei ihrem Auszug aus St. Blasien diese Gebeine mitgenommen haben, so dass in diesem Dom fast nichts anzuschauen ist. Die Weite und das Licht können wir Menschen von heute erfahren - und diese Erfahrung tut gut, wird jeder sagen, der diese Erfahrung zulässt. Und dazu kommt die Botschaft dieses Domes, die in vier hebräischen Buchstaben ganz oben zwischen Rotunde und Chorraum angebracht ist: Jahwe - übersetzt: ich bin der, der da ist - ich bin der, der für euch da ist. Was braucht es mehr, als mit dieser Botschaft und mit der Erfahrung von Licht und Weite in diesem Bauwerk zu verweilen - was braucht es mehr, als mit dieser Botschaft und mit dieser Erfahrung die Erde zu bestehen - sein Leben zu bestehen. Ahnung von Himmel - so war es die Intention des Erbauers und Architekten - Ahnung, die genügt und genügen muss, um Reich Gottes ein wenig auf dieser Erde mit eigenen Kräften sichtbar und erfahrbar zu machen.

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15.08.2010: Mariae Himmelfahrt Drucken E-Mail

Fest Maria Himmelfahrt 2010 - 15. August 2010 - P. Kappeler SJ

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther 15,20 | Evangelium: nach Lukas 1,39

kraeuter-400.jpgEinführung

Von der Himmelfahrt Mariens steht nichts in der Bibel. Ich kann jetzt nur sagen: schauen sie empor - man muss sich ein wenig den Hals verrenken - und sie werden in der Domkuppel ein fantastisches Bild über die Himmelfahrt Mariens sehen: ein junger Jesus holt schwungvoll seine noch jugendliche Mutter in den Himmel. Wer es jetzt nicht sehen kann - ich werde am Ende der Messe nochmals darauf aufmerksam machen. Auf jeden Fall: unser Blasiusdom auch eine Marienkirche mit dem Thema Maria Himmelfahrt.

Ansprache

„Mit Leib und Seele" - das soll an diesem Marienfest ein wenig unser Thema sein. „Mit Leib und Seele" sind wir bei einer Aufgabe, so sagen wir. Mit „Leib und Seele" sind wir dabei in frohen und dunklen Stunden. „Mit Leib und Seele" dabei, wenn es um Menschen geht. „Mit Leib und Seele" dabei, wenn eine oder einer ihre und seine ganze Persönlichkeit zum Einsatz und ins Spiel bringt. So schreibt Papst Pius XII im Jahre 1950: „Wir verkünden...., dass die Gottesmutter Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde." Das feiern wir - das glauben wir von Maria - und so hätten wir es auch gern beim eigenen Sterben - so hätten wir es nicht nur gern - so dürfen wir das glaubend für uns selber erhoffen - in hoffnungsvollem Glauben erwarten und ersehnen.

Umwerfender kann die Antwort des Glaubens nicht sein als am heutigen Fest: Maria ist mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. Sie hat die ersehnte Bleibe gefunden. Ihr kleines, großes Leben ist geborgen in Gott. Hier wird die Osterbotschaft konkret: das Leben dieser Frau verschwindet nicht im Bodenlosen.

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8.08.2010: 19. Sonntag im Jahreskreis Drucken E-Mail

19. Sonntag im Jahreskreis C - 8.August 2010 - P. Kappeler SJ

Lesung: aus dem Hebräerbrief 11,1 | Evangelium: nach Lukas 12,32

Einführung

Die Lesung heute beginnt mit der markanten Behauptung: Glaube ist: Feststehen in dem, was man erhofft. Noch markanter wird Jesus selber: "Wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz"

Ansprache

Der leidenschftliche Mann aus Nazareth hat auf den ersten Blick wenig zu tun mit den Herz-Jesu-Statuen, die wir allenthalten in unseren Kirchen haben - auch bei uns im Chorraum des Domes. Oder vielleicht doch - auch wenn diese Statuen zumeist kaum Kunst sind. Mit Leidenschaft und mit seinem ganzen Herzblut ringt Jesus von Nazareth um den Menschen: .."et homo factus est - propter nos homines und propter nostram salutem.." - so heißt es im Credo - „Mensch geworden wegen uns Menschen und um unseres Heiles willen. Voller Leidenschaft und voller Glut haben wir heute Sätze vom Evangelisten Lukas gehört, die Originalton Jesu sind - so wissen es die Bibelwissenschaftler.

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01.08.2010: 18. Sonntag im Jahreskreis Drucken E-Mail

18. Sonntag im Jahreskreis C - 1. August 2010 - P. Kappeler SJ

Lesung: Buch Kohelet 1,2 und 2,21-23 | Evangelium: Lukas 12,13-21

Einführung

Auf der Höhe des Sommers bietet der heutige Sonntag Bibeltexte, die sperrig sind. Lassen wir uns trotzdem darauf ein - in der Hoffnung: es ist Botschaft für uns drin.

Ansprache

In Sonntagsstimmung versetzt die Lesung aus dem Buch Kohelet, die wir eben gehört haben, nicht gerade. Vielleicht passen aber die Gedanken aus Lesung und Evangelium doch in den Urlaub - in den Sommer, wo wir uns auch einmal Zeit für uns selber nehmen - eine Stunde, die nur uns selber gehört - nicht im egozentrischen Selbstgespräch - im Monolog - wie dieser Bauer im Evangelium, sondern in der Zwiesprache mit den Gedanken der Bibeltexte des heutigen Tages.

In der Klinik St. Blasien werde ich öfters zu einem Sterbenden gerufen. Ich sitze da gerne recht lange: Mal ein Streicheln, mal ein Vaterunser, mal Stille.

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25.07.2010: 17. Sonntag im Jahreskreis Drucken E-Mail

17. Sonntag im Jahreskreis C - 25. Juli 2010 - P. Kappeler SJ

Lesung: aus dem Brief des Apostels Paulus an die Kolosser 2,12 | Evangelium: Lukas 11,1-13

Beim Thema Beten

fällt mir immer ein Film ein, den die Älteren unter uns vielleicht noch kennen: das doppelte Lottchen. Zwei Mädchen um die Zwölf - ein Zwillingspaar - erleben einen fürchterlichen Krach der Eltern mit - von Scheidung hören sie etwas. Hilflos stehen die beiden Mädchen der Situation gegenüber und spontan denkt wohl das eine Mädchen: da hilft nur noch beten. Und da sprudelt es aus ihr heraus: Komm Herr Jesus sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast. Nichts hätte doch besser die Situation treffen können als dieses Kinder-Tisch-Gebet: Ja, Herr Jesus schau dir nur die Bescherung an, die wir da miterleben müssen. Ob dieses Gebet geholfen hat? In ihrer Hilflosigkeit holen sich die beiden Mädchen einen Dritten, von dem sie gehört hatten, dass es gut sei, gerade d i e s e n Dritten in solcher Situation bei sich zu haben. Dieser miesen Situation geben die beiden Mädchen einen größeren Horizont. Beten verbindet - Beten schafft den größeren Horizont.

Als Internatsleiter hatte ich immer mal wieder Schüler - Jungen und Mädchen - bei denen es einfach nicht ging. Ich wusste mir manchmal keinen Rat und hatte mich dabei erwischt, wie ich plötzlich fromm wurde und zum Schutzengel solcher Jungen und Mädchen betete. Ob solches Beten genutzt hat? Überhaupt nicht! Aber das Beten hat mich verändert: meinen Blickwinkel - meine Sicht und Ansicht über dieses Mädchen und jenen Jungen.

BETET VERBINDET

BETEN SCHAFFT HORIZONTE

BETEN VERÄNDERT

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