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Predigt-Archiv
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05.09.2010: 23. Sonntag im Jahreskreis |
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23.
Sonntag im Jahreskreis C - 5. September 2010 - P. Kapeller SJ
Lesung:
aus dem Buch der Weisheit 9,13 | Evangelium:
nach Lukas 14,25
Einführung
Die
Bibeltexte heute: Aus
dem Buch der Weisheit ein Text über die Weisheit Gottes - im
Evangelium dann die Weisheit Jesu, die auf uns alle verstörend
wirken wird. „Die Frohbotschaft unseres Herrn Jesus Christus"
möchte ich da nicht sofort sagen.
Ansprache
Irritierend
- schockierend - eine Zumutung für das Zuhören - eine
Zumutung für das Vortragen: das sind die Worte Jesu. Ich gestehe
Ihnen gerne: ich war versucht, mir eine „bessere" Stelle aus dem
Evangelium herauszusuchen als die für den heutigen Sonntag
vorgeschriebene. Glatt bügeln möchte ich das heutige Evangelium
nicht - kann es auch nicht. Man kann auch das Schockierende
entschärfen, wie es unsere offizielle Bibelübersetzung tut: in der
griechischen Sprache des Evangelisten Lukas klingen die Worte Jesu
noch viel explosiver. Die Härte des Anspruchs Jesu bleibt, auch wenn
ich diese Härte zu verstehen suche - sie aus der Situation heraus
ein wenig erklären kann.
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29.08.2010: 22. Sontag im Jahreskreis |
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22.
Sonntag im Jahreskreis C - 29. August 2010 - P. Kappeler SJ
Lesung: aus dem Buch Jesus Sirach 3,17 | Evangelium:
nach Lukas14,1
Einführung
Papst
Johannes XXIII schrieb in sein Tagebuch: „Giovanni, nimm dich nicht
so wichtig".
Die
Bibeltexte heute machen diese Empfehlung: nimm dich nicht so wichtig
- ist auch gar nicht nötig, weil einer dich für ganz wichtig
nimmt. In
solchem Glauben beginnen wir: Im Namen des Vaters....
Ansprache
Nimm
dich selber nicht so wichtig, dann erfährst du, wem du lieb und
teuer bist - dann erfährst du, wer dich wichtig nimmt - dann
erfährst du, was wirklich wichtig ist in deinem Leben. Das muss ich
mir wohl jeden Tag selber sagen
Einen
Satz - eine Erkenntnis muss ich jetzt noch hinzunehmen. Der Satz
geht so:
Gott
weiß es - ich weiß es: einer von meiner Sorte ist genug. Gott
weiß es - ich weiß es hoffentlich: einer von meiner Sorte ist
genug.
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22.08.2010: 21. Sonntag im Jahreskreis |
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21.
Sonntag im Jahreskreis C - 22. August 2010 - P. Kappeler SJ
Lesung:
aus dem Buch Jesaja 66,18 | Evangelium:
nach Lukas 13,22
Einführung
Wer
zu uns zum ersten Mal nach St. Blasien kommt, ist zunächst
überwältigt von dem mächtigen Bauwerk, das wir Dom nennen. Will
der Besucher dann hineingehen, muss er sich durch ein enges
unbequemes Pförtchen drängen. Das große Portal ist geschlossen.
Dieses Portal hat außen nicht einmal ein Schloss - ein Türklinke.
Warum das so ist? Die Bibeltexte von heute geben uns darauf eine
Antwort. Ich muss allerdings darauf aufmerksam machen: die Worte Jesu
werden uns nicht schmecken - ja erschrecken.
Ansprache
Die
Bibelworte heute sind die Erklärung für die beiden viel zu engen
Türen in den Dom -auch für das große Portal, das nur von innen
geöffnet werden kann.
Es
war die Absicht des Erbauers Fürstabt Martin Gerbert und seines
Architekten D'Ixnard: wer den Dom betritt, sollte eine Ahnung des
Himmels bekommen: Gott ist Licht und Gott ist Weite. Die engen Türen
und das verschlossene Portal sagen uns aber eindeutig: den Himmel
kannst du dir nicht verdienen - er wird dir auch nicht nachgeworfen
- er ist reines - unverdientes Geschenk. Eine Ahnung des Himmels
sollte das innere des Domes vermitteln. Deshalb wollte der Fürstabt
auch möglichst viele Gebeine von Heiligen in diesem Dom haben, die
auf den Seitenaltären zu sehen waren. Es ist vielleicht gut so, dass
die Mönche bei ihrem Auszug aus St. Blasien diese Gebeine
mitgenommen haben, so dass in diesem Dom fast nichts anzuschauen ist.
Die Weite und das Licht können wir Menschen von heute erfahren -
und diese Erfahrung tut gut, wird jeder sagen, der diese Erfahrung
zulässt. Und dazu kommt die Botschaft dieses Domes, die in vier
hebräischen Buchstaben ganz oben zwischen Rotunde und Chorraum
angebracht ist: Jahwe - übersetzt: ich bin der, der da ist - ich
bin der, der für euch da ist. Was braucht es mehr, als mit dieser
Botschaft und mit der Erfahrung von Licht und Weite in diesem Bauwerk
zu verweilen - was braucht es mehr, als mit dieser Botschaft und
mit dieser Erfahrung die Erde zu bestehen - sein Leben zu bestehen.
Ahnung von Himmel - so war es die Intention des Erbauers und
Architekten - Ahnung, die genügt und genügen muss, um Reich
Gottes ein wenig auf dieser Erde mit eigenen Kräften sichtbar und
erfahrbar zu machen.
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15.08.2010: Mariae Himmelfahrt |
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Fest
Maria Himmelfahrt 2010 - 15. August 2010 - P. Kappeler SJ
Lesung
aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther 15,20 | Evangelium:
nach Lukas 1,39
Einführung
Von
der Himmelfahrt Mariens steht nichts in der Bibel. Ich kann jetzt nur
sagen: schauen sie empor - man muss sich ein wenig den Hals
verrenken - und sie werden in der Domkuppel ein fantastisches Bild
über die Himmelfahrt Mariens sehen: ein junger Jesus holt
schwungvoll seine noch jugendliche Mutter in den Himmel. Wer es jetzt
nicht sehen kann - ich werde am Ende der Messe nochmals darauf
aufmerksam machen. Auf jeden Fall: unser Blasiusdom auch eine
Marienkirche mit dem Thema Maria Himmelfahrt.
Ansprache
„Mit
Leib und Seele" - das soll an diesem Marienfest ein wenig unser
Thema sein. „Mit Leib und Seele" sind wir bei einer Aufgabe, so
sagen wir. Mit „Leib und Seele" sind wir dabei in frohen und
dunklen Stunden. „Mit Leib und Seele" dabei, wenn es um Menschen
geht. „Mit Leib und Seele" dabei, wenn eine oder einer ihre und
seine ganze Persönlichkeit zum Einsatz und ins Spiel bringt. So
schreibt Papst Pius XII im Jahre 1950: „Wir verkünden...., dass
die Gottesmutter Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib
und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde." Das
feiern wir - das glauben wir von Maria - und so hätten wir es
auch gern beim eigenen Sterben - so hätten wir es nicht nur gern
- so dürfen wir das glaubend für uns selber erhoffen - in
hoffnungsvollem Glauben erwarten und ersehnen.
Umwerfender
kann die Antwort des Glaubens nicht sein als am heutigen Fest: Maria
ist mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. Sie hat die
ersehnte Bleibe gefunden. Ihr kleines, großes Leben ist geborgen in
Gott. Hier wird die Osterbotschaft konkret: das Leben dieser Frau
verschwindet nicht im Bodenlosen.
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8.08.2010: 19. Sonntag im Jahreskreis |
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19.
Sonntag im Jahreskreis C - 8.August 2010 - P. Kappeler SJ
Lesung:
aus dem Hebräerbrief 11,1 | Evangelium:
nach Lukas 12,32
Einführung
Die
Lesung heute beginnt mit der markanten Behauptung: Glaube ist:
Feststehen in dem, was man erhofft. Noch markanter wird Jesus selber:
"Wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz"
Ansprache
Der
leidenschftliche Mann aus Nazareth hat auf den ersten Blick wenig zu
tun mit den Herz-Jesu-Statuen, die wir allenthalten in unseren
Kirchen haben - auch bei uns im Chorraum des Domes. Oder vielleicht
doch - auch wenn diese Statuen zumeist kaum Kunst sind. Mit
Leidenschaft und mit seinem ganzen Herzblut ringt Jesus von Nazareth
um den Menschen: .."et homo factus est - propter nos homines und
propter nostram salutem.." - so heißt es im Credo - „Mensch
geworden wegen uns Menschen und um unseres Heiles willen. Voller
Leidenschaft und voller Glut haben wir heute Sätze vom Evangelisten
Lukas gehört, die Originalton Jesu sind - so wissen es die
Bibelwissenschaftler.
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01.08.2010: 18. Sonntag im Jahreskreis |
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18.
Sonntag im Jahreskreis C - 1. August 2010 - P. Kappeler SJ
Lesung:
Buch Kohelet 1,2 und 2,21-23 | Evangelium:
Lukas 12,13-21
Einführung
Auf
der Höhe des Sommers bietet der heutige Sonntag Bibeltexte, die
sperrig sind. Lassen wir uns trotzdem darauf ein - in der Hoffnung:
es ist Botschaft für uns drin.
Ansprache
In
Sonntagsstimmung versetzt die Lesung aus dem Buch Kohelet, die wir
eben gehört haben, nicht gerade. Vielleicht passen aber die Gedanken
aus Lesung und Evangelium doch in den Urlaub - in den Sommer, wo
wir uns auch einmal Zeit für uns selber nehmen - eine Stunde, die
nur uns selber gehört - nicht im egozentrischen Selbstgespräch -
im Monolog - wie dieser Bauer im Evangelium, sondern in der
Zwiesprache mit den Gedanken der Bibeltexte des heutigen Tages.
In
der Klinik St. Blasien werde ich öfters zu einem Sterbenden gerufen.
Ich sitze da gerne recht lange: Mal ein Streicheln, mal ein
Vaterunser, mal Stille.
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25.07.2010: 17. Sonntag im Jahreskreis |
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17.
Sonntag im Jahreskreis C - 25. Juli 2010 - P. Kappeler SJ
Lesung:
aus dem Brief des Apostels Paulus an die Kolosser 2,12 | Evangelium:
Lukas 11,1-13
Beim
Thema Beten
fällt
mir immer ein Film ein, den die Älteren unter uns vielleicht noch
kennen: das doppelte Lottchen. Zwei Mädchen um die Zwölf - ein
Zwillingspaar - erleben einen fürchterlichen Krach der Eltern mit
- von Scheidung hören sie etwas. Hilflos stehen die beiden Mädchen
der Situation gegenüber und spontan denkt wohl das eine Mädchen: da
hilft nur noch beten. Und da sprudelt es aus ihr heraus: Komm Herr
Jesus sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast. Nichts
hätte doch besser die Situation treffen können als dieses
Kinder-Tisch-Gebet: Ja, Herr Jesus schau dir nur die Bescherung an,
die wir da miterleben müssen. Ob dieses Gebet geholfen hat? In ihrer
Hilflosigkeit holen sich die beiden Mädchen einen Dritten, von dem
sie gehört hatten, dass es gut sei, gerade d i e s e n Dritten in
solcher Situation bei sich zu haben. Dieser miesen Situation geben
die beiden Mädchen einen größeren Horizont. Beten verbindet -
Beten schafft den größeren Horizont.
Als
Internatsleiter hatte ich immer mal wieder Schüler - Jungen und
Mädchen - bei denen es einfach nicht ging. Ich wusste mir manchmal
keinen Rat und hatte mich dabei erwischt, wie ich plötzlich fromm
wurde und zum Schutzengel solcher Jungen und Mädchen betete. Ob
solches Beten genutzt hat? Überhaupt nicht! Aber das Beten hat mich
verändert: meinen Blickwinkel - meine Sicht und Ansicht über
dieses Mädchen und jenen Jungen.
BETET
VERBINDET
BETEN
SCHAFFT HORIZONTE
BETEN
VERÄNDERT
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