Dom St. Blasien

Die Orgel


Die Orgeln im Blasius-Dom

Silbermann-Orgel 

Fürstabt Martin Gerbert verhandelte 1769 mit Johann Andreas Silbermann aus Straßburg aus der berühmten elsässisch-sächschischen Orgelbaufamilie über den Bau einer Orgel für den Dom. Bis 1775 vollendete Silbermann sein größtes Orgelwerk mit 47 Registern.

Nach der Aufhebung des Klosters 1806 schenkte Großherzog Karl Friedrich von Baden als neuer Besitzer die Silbermann-Orgel der Stephanskirche in Karlsruhe. Der Orgelbauer Stiefel demontierte die Orgel in St. Blasien und baute sie 1818 in Karlsruhe wieder auf.

Bei einem Bombenangriff auf Karlsruhe 1944 wurde die Stephanskirche samt der Silbermannorgel zerstört.

Nachfolger-Orgeln 

In St. Blasien wurde die Kuppelkirche - inzwischen katholische Pfarrkirche der jungen Gemeinde- mit einer kleineren Orgel ausgestattet.

Nach einem Brand wurde eine Orgel von der Durlacher Firma Louis Voit eingebaut.

Im Rahmen der großen Wiederherstellung 1907 bis 1913 kam das heutige Orgelinstrument in das Gotteshaus. Der Auftrag ging 1912 an den Orgelbaumeister Friedrich Wilhelm Schwarz. Der Karlsruher Ludwig Schmieder beteiligte sich an der Rekonstruktion der Orgel. Das neue Gehäuse erinnert an die frühere Silbermann-Orgel. Die Disposition stammte von Pater Suitbert Krämer OSB aus dem Kloster Beuron. Er lehnte sich dem elsässisch-französischen Orgelbaustil an.

Das Gehäuse wurde von den Gebrüdern Metzger aus Überlingen aus Eichenholz gefertigt. Die Schmuckteile wie Engel und Putten sind aus Lindenholz geschnitzt. Das Gehäuse ist 12 Meter hoch, misst 7 Meter in der Breite und 4 Meter in der Tiefe. Das Orgelwerk ist in einem dreistöckigen Gerüst eingebaut worden. Im Untergeschoss ist ein Teil der Technik wie Motor und Balg enthalten. Im ersten Stock befindet sich das erste Manual, welches in zwei Laden aufgeteilt ist. Auf der rechten Seite sind die Pedalladen aufgestellt. In der zweiten Etage befindet sich mittig das dritte Manual. Eine weitere Etage höher ist das zweite Manual in gleicher Weise angebracht. Die beiden Manualwerke sind in einem Schwellkasten eingebaut, welcher an der Vorderseite eine Jalousie hat, um die Lautstärke zu variieren.

Der Orgelbaumeister Friedrich Wilhelm Schwarz stellte 1914 folgende Daten zur Orgel auf: 55 Register verteilen sich auf 263 Hilfszüge mit 3891 Pfeifen, darunter 3293 aus Zinn, 300 aus Zink und 293 aus Holz. Die längste Pfeife beträgt 620 Zentimeter, die kürzeste 17 Zentimeter. Die Orgelteile wurden 1912 mittels fünf Eisenbahnwagen von Überlingen nach Titisee transportiert. Insgesamt betrug die Masse des Materials 26 Tonnen. 15 Fuhrwerke wurden eingesetzt, um den Transport von Titisee nach St. Blasien zu ermöglichen.

Die Orgel erfuhr im Laufe der Zeit mehrere Veränderungen; unter anderem wurde seitlich der Orgel ein neuer Spieltisch montiert.

Beim Klosterbrand am 27. Mai 1977 entkam die Orgel nur knapp einer Zerstörung. Allerdings drang Löschwasser über die Rückseite des Mönchschors in das Instrument und dadurch wurde eine umfassende Restaurierung notwendig. Das Land Baden-Württemberg beauftragte die Orgelwerkstatt Klais in Köln mit der Instandsetzung. Alle zu ersetzenden Teile wurden mit den gleichen Materialien ersetzt, die Lederbälgchen wurden erneuert, die Metallpfeifen gewaschen sowie verbeulte Pfeifen ausgebeult. Ein neuer Spieltisch musste ebenfalls installiert werden. Diese Instandsetzung dauerte mehrere Jahre, so dass die Wiedereinweihung erst am 19. Oktober 1987 gefeiert werden konnte.

Gottesdienste

im Dom:
Samstag:  19 Uhr
Sonntag:   10 Uhr
Sonntag:   11:15 Uhr *
*zusätzlich während der Schulzeit
siehe: Mitteilungsblatt

im Albtal:
Sonntag:      8:45 Uhr

in Menzenschwand:
Samstag:   19:15 Uhr
Sonntag:    09:30 Uhr

Öffnungszeiten des Doms

Winterzeit: 
8:30 Uhr bis 17:00 Uhr

Sommerzeit:
8:00 Uhr bis 18:30 Uhr 

Während Gottesdiensten oder Veranstaltungen ist eine Besichtigung nicht möglich!