Nachrichten

Sie sind hier: Startseite

Nachrichten

05.08.2011 - BZ

Donnernde Bässe im Dom

07.08.11 00:00
Donnernde Bässe im Dom
Der baskische Organist Esteban Elizondo Iriarte erwies sich im Domkonzert als profunder Kenner und grandioser Interpret der Orgelmusik seiner Heimat. Footo: Karin-Stöckl-Steinebrunner
Esteban Elizondo Iriarte zeigt mit virtuosem Spiel die Klangfarbenvielfalt der Schwarz-Orgel


        

ST. BLASIEN. Vornehmlich Orgelkompositionen seiner
Heimat war das Programm des Domkonzertes gewidmet, das der in San Sebastian
lebende baskische Organist Esteban Elizondo Iriarte gestaltete. Dabei erwies er
sich nicht nur als profunder Kenner dieser Materie, sondern auch als grandioser
Virtuose auf seinem Instrument.
Einleitend hatte Esteban Elizondo Iriarte vier Choralvorspiele von Johann
Sebastian Bach interpretiert, in denen er mit sensibler Hand die musikalischen
Figuren hervorhob. Mit Felipe Gorritis Trauermarsch begann er dann mit
grandioser Wucht seine interpretatorische Übersicht über die Geschichte der
Orgelkomposition in Spanien. Im ersten Abschnitt von José Maria Usandizagas
sinfonischem Stück stellte er kontrastiv melodische und akkordische Partien
gegeneinander. Fröhlich sprudelnd erklang das Cantabile des Mittelteils,
gewaltig und mit sonorer Gewichtigkeit der Schluss. José Maria Beobides
Offertorio in c-moll, eine polyphon äußerst stringent durchgearbeitete Fuge,
ließ mit donnernden Bässen den Dom erbeben. In Tomás de Elduayens drei Saetas
überwog die sangliche Komponente, wobei das erste Stück aus dem anmutigen
Wechselspiel einer kraftvollen Melodie mit einem zarten Akkordgebilde lebte, das
zweite seine melodische Linie in unterschiedlichen Klangfarben vorstellte und
das dritte, gleich einem inständigen Ruf, mehrfach eine melodische Floskel
wiederholte.


Auch klanglich deutlich dem 20. Jahrhundert zuzurechnen ist der 1989 gestorbene
Komponist Tomás Garbizu, dessen Toccata ihre Pedalmelodie wie mit Wasserfontänen
umrauschen lässt, wobei das Thema vor diesem bewegten Hintergrund nochmals einen
musikalischen abgedunkelten Schattenwurf hinter sich her zu ziehen scheint.

Ein ganz anderes, ein luftig-duftiges Spanien vertritt Eduardo Torres in seinen
Werken, von denen Esteban Elizondo Iriarte eine große Zahl neu herausgegeben
hat. Absolute Geborgenheit verströmte das zarte Wiegenlied, geheimnisvoll und
wie nach innen lauschend interpretierte der Organist eine mit "Impresión
Teresiana" betitelte Komposition, die mit leicht orientalischen Anklängen
spielt.

Ein fulminantes Schlussstück mit orchestralem Charakter hatte Esteban Elizondo
Iriarte mit Jesús Guridis "Final C-Dur" im Gepäck. Kraftstrotzend, selbstsicher
auftrumpfend und ausgesprochen diesseitig im Duktus, mit hymnischen Passagen
versetzt, und in immer wieder neuen Anläufen den Eindruck abschließender
Gewissheit vermittelnd, ist dieses Werk sozusagen ein grandios auskomponiertes
Happy End.

Und tatsächlich schienen die Zuhörer auf den spezifischen Charakter des Werkes
zu reagieren, indem sie quasi ohne Atempause sofort beim letzten Akkord in
stürmischen Beifall ausbrachen.

Autor: Karin Steinebrunner

 


 

Gottesdienste

im Dom:
Samstag:  19 Uhr
Sonntag:   10 Uhr
Sonntag:   11:15 Uhr *
*zusätzlich während der Schulzeit
siehe: Mitteilungsblatt

im Albtal:
Sonntag:      8:45 Uhr

in Menzenschwand:
Samstag:   19:15 Uhr
Sonntag:    09:30 Uhr

Öffnungszeiten des Doms

Winterzeit: 
8:30 Uhr bis 17:00 Uhr

Sommerzeit:
8:30 Uhr bis 18:30 Uhr 

Während Gottesdiensten oder Veranstaltungen ist eine Besichtigung nicht möglich!