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4. Adventsonntag im Lesejahr B, P. Wolfgang Bauer SJ

Verkündigung der Geburt Jesu, Lukas 1,26-38

21.12.14 00:00
Die Ankündigung, dass Gottes Wort selbst Mensch wird, ist etwas Besonderes, Einzigartiges, unüberbietbar. Denn dieses Wort an Maria sagt, dass sich Gott dem Menschen so schenken wird- durch Maria-, dass er einer von uns wird, unser Schicksal teilt und er selbst zur Rettung des Menschen wird.

Liebe Schwestern und Brüder,

Wir haben eben im Evangelium den beeindruckenden Bericht der Verkündigung des Engels an Maria und ihre Berufung zur Mutter des Herrn, gehört.

Für den Kenner der Bibel ist diese Art von Berichten, in denen den religiösen Führern, den Propheten, den Stammvätern, Regenten und Königen von Israel Gottes Wille mitgeteilt wird, nichts Besonderes:

In der Vergangenheit hat Gott auf verschiedene Weise zu den Menschen gesprochen, aber jetzt, am Ende der Zeit hat Gott gesprochen durch seinen Sohn, so beginnt der Hebräerbrief und er drückt die Glaubensüberzeugung aus, dass Gott sich den Menschen von Anfang an mitteilen wollte, kein thronender stummer Gott über den Wolken ist.

Ja, Gottes Wort war schon wirkmächtig bei der Schöpfung, er sprach und es ward, er sprach ein herauslockendes Wort an Abraham: zieh fort in das Land, das ich Dir zeigen werde, es war ein Wort des göttlichen Gesetzes für das Volk durch Mose auf dem Berg Sinai und es waren viele mahnende und tröstende Worte an die Propheten.

Und die Bibel drückt diese Art Begegnung Gottes mit den Menschen immer auf die gleiche Art aus: Gott spricht- durch den Engel- den Menschen an, der Mensch reagiert erschreckt, woraufhin der Engel ihm die Furcht nimmt durch die Zusicherung des göttlichen Beistands, er erhält einen Auftrag, der Mensch zögert, der Auftrag wird wiederholt und ein beglaubigendes Zeichen hinzugefügt, worauf die Zustimmung des Menschen erfolgt.

In unserem Evangelium verläuft es ebenso: der Engel grüßt Maria, sie erschrickt und es wird ihr gesagt: fürchte dich nicht, du hast Gnade gefunden und nun die Ankündigung: du wirst den Sohn des Höchsten gebären. Dann der Zweifel: wie soll das geschehen? Und die Antwort: Gott ist am Werk und zum Zeichen für Maria: Elisabeth wird-obwohl alt-ein Kind gebären. Zuletzt Maria stimmt zu: ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach Deinem Wort.

Doch diese Worte, die der Engel im Namen Gottes in Nazareth zu der jungen Frau Maria sprach mit der Ankündigung, dass Gottes Wort selbst Mensch wird, ist etwas Besonderes, Einzigartiges, unüberbietbar. Denn dieses Wort an Maria sagt, dass sich Gott dem Menschen so schenken wird- durch Maria-, dass er einer von uns wird, unser Schicksal teilt und er selbst zur Rettung des Menschen wird.

Und das Geschöpf, Maria, wird gewürdigt, diesen Sohn des Allerhöchsten zu empfangen und unter ihrem Herzen zu tragen.

Damit hat Gott selbst die unzerstörbare Brücke geschaffen zwischen Gott und Mensch, auf der wir zu ihm gelangen können und er zu uns durch seinen Geist, durch den Geist, von dem Maria empfangen ist.

 Liebe Schwestern und Brüder,

Dies ist für uns eine unerhört tröstliche Botschaft und es ist eine Botschaft, die unsere Dankbarkeit und Verehrung Maria gegenüber begründet. Dennihr Ja zu Gottes Plan hat unser Heil erst ermöglicht. Gott überfällt den Menschen ja nicht, sondern er wirbt um ihn.

Wenn wir diesen Bericht hören, bleibt die Frage: Warum wird Gott Mensch?

  Romano Guardini, der große, unvergessliche Münchner Theologe tröstet uns mit dem Hinweis, dass Denken allein uns der Antwort nicht näher bringt. Und seine Antwort lautet: „Die Liebe tut solche Dinge“ und er fügt hinzu: „ Keins der großen Dinge im Menschenleben ist aus bloßem Denken entsprungen; alle aus dem Herzen und seiner Liebe. Und die Liebe hat ihr eigenes Warum und Wozu. Freilich muss man dafür offen sein, sonst versteht man nichts!“ Und Saint-Exupery lässt den Fuchs zum kleinen Prinzen sagen: „Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.“

Ja, die Liebe tut solche Dinge!“

Die Liebe Gottes verzehrt sich nicht darin,  das Volk Israel zu leiten, der Gott in der Ferne zu bleiben, dessen Namen nur einmal im Jahr vom Hohenpriester ausgesprochen werden darf, nein, er wollte sich ganz zu den Menschen gesellen, um ihnen nahe zu sein in all ihren Nöten.

Die Liebe tut so etwas.

Diese Erklärung Guardinis, warum Gott Mensch wurde, sie erklärt nichts und sagt doch alles, was für uns wichtig ist, sie sagt, dass diese Liebe Gottes zu uns sicht-, greif- und spürbar wird in diesem neugeborenen Kind.

  Dieses Kind wird heranwachsen in der Familie in Nazareth, zunehmen an Alter, Weisheit und Stärke und das Wohlgefallen des Herrn wird auf ihm ruhen, bis er die Aufgabe übernimmt, die Gott ihm zugedacht hat. Seine Aufgabe wird sein, uns bei der Hand zu nehmen und in seiner Nähe Licht, Kraft und Trost zu erfahren in den verschiedenen Situationen, durch die uns das Leben führt. Er zeigt uns den Weg, indem er mit uns geht bis in den Tod, so dass wir ohne Verirrungen an das Ziel kommen, das Ziel all unserer Sehnsucht, die Erfüllung bei Gott.

Doch dieser Weg, den Jesus führt,  will den Menschen nicht nur zur himmlischen Heimat führen, sondern dieser Weg führt vorbei an vielen Menschen, die unsere Hilfe brauchen, die unsere Weggefährten werden sollen, für die unsere Liebe und Nähe spürbar werden soll.

Jesu will uns von der Sorge um uns weg in tiefere Menschlichkeit führen, in ein Leben, das sich verzehrt für andere, um so zur Erfüllung zu kommen. Amen

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Sonntag:   11:15 Uhr *
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