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BZ vom 7.07.2011

Virtuose Klanggewalten

07.07.11 00:00
Virtuose Klanggewalten
Zusammen perfekt: Domkonzertpublikum feiert Fruzsina Hara und Bernhard Marx.

ST. BLASIEN. Das gut besuchte und vom Publikum mit enthusiastischem Schlussapplaus bedachte erste Domkonzert der Saison 2011 bestritten die aus Ungarn stammende Trompeterin Fruzsina Hara und Organist Bernhard Marx, der als zuvor eine so anschauliche wie prägnante Werkeinführung ins Programm gegeben hatte. Fruzsina Hara bewies, dass sie auf der Barocktrompete ebenso heimisch ist wie auf der modernen Form ihres Instrumentes.

Sie glänzte mit einer überaus geschmeidigen Tongebung. Bernhard Marx, künstlerischer Leiter der Internationalen Domkonzerte St. Blasien, hatte wie gewohnt für die zwischen den Werken mit Trompete eingebetteten Orgelkompositionen eine Auswahl getroffen, die sowohl die Möglichkeiten des Instrumentes als auch die Könnerschaft des Organisten voll zur Geltung brachten.

Fruzsina Hara begann mit einer Sonata für Trompete und Orgel des böhmischen Barockmeisters Pavel Josef Vejanovski, die durch ihre klare Linienführung und das anmutige Wechselspiel von Orgel und Trompete bestach. In der Sonata prima des um 1638 in Lucca geborenen Komponisten Giovanni Battista Viviani kamen vornehmlich die Echowirkungen glanzvoll zur Geltung, die Fruzsina Hara mit außerordentlicher Sensibilität auskostete.

Für den Vortrag der Allemande und der Courante aus der im Original für Solovioline geschriebenen Partita d-moll, BWV 1004, von J. S. Bach verließ die Trompeterin die Empore und begab sich in den Kirchenraum. Eine spezielle Wirkung entfaltete dabei die Akustik dieses Raumes, indem sich die Solistin durch die Überschneidungen des Halls der jeweils vorangegangenen mit dem Erklingen der folgenden Phrase selbst zu antworten schien. Jean Baptiste Loeillets Sonate d-moll mit ihrem melancholischen Allegro, dem strahlenden Vivace, dem liedhaft-zarten Largo und dem lebendigen Allegroschluss sowie Giuseppe Torellis Sonate D-Dur mit ihrer durchsichtigen polyphonen Stimmführung im zweiten Satz ergänzten die ausdrucksvolle Darbietung der jungen Solistin, diesmal auf der modernen Instrumentenvariante, ausgezeichnet.

Bernhard Marx intonierte zunächst virtuos ausgearbeitete Variationen über die Marseillaise des Franzosen Claude-Bénigne Balbastre und danach zwei Kompositionen von J. S. Bach. "Jesus Christus, unser Heiland", BWV 665, setzt wirkungsvoll den Kontrast von ins scheinbar Bodenlose absinkenden chromatischen Linien des Zornes Gottes und in lichte Höhen führenden, die Auferstehungsthematik symbolisierenden Läufen in Szene, während die hymnische Grundstimmung von "Komm, Gott, Schöpfer, Heiliger Geist", BWV 667, das Pfingstgeschehen paraphrasiert.

Drei kurze Stücke von Franz Liszt, die Bearbeitung eines "Ave Maria" von Arcadelt, ein Andante Maestoso sowie ein überirdische Sanftmut verströmendes "Ave Maris Stella" bildeten ideale Anschauungsbeispiele für die vielfältigen Registrierungsmöglichkeiten der Orgel im Dom von St. Blasien. César Francks Pièce héroique schließlich, das musikalische Denkmal für einen im Krieg von 1870/71 gefallenen französischen Soldaten, demonstrierte eindrücklich deren Klangvolumen. Äußerst dramatisch gestaltete Bernhard Marx den Kompositionsverlauf von der dräuenden Bassfloskel des Beginns über aufgewühlte, kompositorisch dicht gearbeitete Passagen, in die eine emotional aufgeladene Leidensmelodie verwoben ist, bis hin zu einer feinstofflichen, ins Unwirkliche enthobenen Klanglichkeit. Am Schluss dieses heroischen Werkes brach sich erneut die Darstellung der realen Welt Bahn, diesmal versehen mit einer triumphalen, wenn auch harmonisch leicht eingetrübten Attitüde.

Karin Stöckl-Steinebrunner

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Samstag:   19:15 Uhr
Sonntag:    09:30 Uhr

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