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21. Sonntag im Jahreskreis A, Mt 16,13-20, P. Wolfgang Bauer SJ

24.08.14 00:00
Viele Attribute charakterisieren unseren Gott. Er ist allgütig, allmächtig, allwissend, allgegenwärtig, absolut vollkommen, unendlich, ewig, einzigartig, absolut wahr, treu, heilig, er ist die Liebe. Doch ich wundere mich, dass ein Attribut Gottes nie genannt wird, ein ganz entscheidendes, wie ich meine: unser Gott hat Mut!

Liebe Schwestern und Brüder,

Gott hat viele Eigenschaften, wie wir aus den hl.Schriften des Alten und Neuen Testaments herauslesen können. Er besitzt alle guten Eigenschaften in einem ungeheuer reichen Maße, wie wir es uns nur ganz annähernd vorstellen können, weil so etwas unendlich Vollkommenes in unserer Erfahrungswelt nicht vorkommt. Er ist allgütig, allmächtig, allwissend, allgegenwärtig,  absolut vollkommen, unendlich, ewig, einzigartig, absolut wahr, treu, heilig, er ist die Liebe.

Diese und weitere Attribute charakterisieren unseren Gott, annähernd wohl gemerkt. - Doch ich wundere mich, dass ein Attribut Gottes nie genannt wird, ein ganz entscheidendes, wie ich meine: unser Gott hat Mut!

Ich möchte Ihnen dieses Attribut Gottes etwas näher bringen.

Es gibt kein Menschenleben, das sich nicht irgendwann die Frage stellt, wenn es einen Gott gibt, warum lässt er das Leid in dieser Welt zu, die Armut, die Ungerechtigkeit, die Kriege, die Krankheiten, den Tod. Er hätte doch die Welt in seiner Allmacht so erschaffen können, dass wir vor all dem verschont bleiben und ruhig, sorgen- und angstfrei leben könnten.

Nein, so hat er die Welt,  so hat er uns, die er als seine Ebenbilder wollte, offensichtlichnicht gewollt. Die Welt hat er so geschaffen, dass sie sich entwickeln kann, sich nach ihren Gesetzen entwickeln kann. Uns hat er so geschaffen, dass wir frei sind, uns entscheiden können, ja auch nein sagen können zu unserem Gott. Gott wollte keine Marionetten schaffen, die an seinem Gängelband hängen, nach seiner Pfeife tanzen, seine Gebote befolgen müssen, zwanghaft sozusagen. Er hatte den Mut, den unglaublichen Mut, die Welt sich ihren Gesetzen und uns unserer Freiheit zu überlassen.

Er hat die Welt und uns aus Liebe geschaffen und Liebe kann nicht zwingen, auch göttliche Liebe nicht. Und die göttliche Liebe muss sich immer wieder die alten und neuen Fragen gefallen lassen: Warum das Leid, das wir Menschen einander zufügen? Ist das nötig, Allmächtiger, das hättest Du besser machen können, die Naturkatastrophen, sind sie nötig, Allmächtiger, das hättest Du besser machen können. Nein, unser Gott hatte den Mut und das Vertrauen, die Welt ihren Gesetzen und uns anzuvertrauen.  Er hat so viel Achtung vor uns, dass er uns immer und immer wieder das Gute zutraut. Und schließlich hat er uns auch einen Verstand gegeben, der uns hell und deutlich unsere Verantwortung für unser Leben und das unserer Welt heute und in Zukunft vor Augen führt. Und er hat uns ein Gewissen eingepflanzt, dass wir schon wissen, was gut ist und was nicht. Wir sind mit allem ausgerüstet, mit dem uns Gott als Partner ernst nimmt. Er hat das Vertrauen in uns nicht verloren, jeden Tag traut er uns das erneut zu, seine Schöpfung und seine Ebenbilder,liebevoll und gütig zu hegen und zu pflegen.

Ja, wir haben einen mutigen Gott!

Doch nicht nur die Schöpfung und der freie Mensch zeugen von Gottes Mut. Im heutigen Evangelium wird uns berichtet von einem genauso mutigen Schritt. Jesus hat seine Kirche, das wandernde Gottesvolk, einem Menschen in Verantwortung gegeben und er hat den Simon als Petrus, als den Fels seiner Kirche bezeichnet und ihm die Schlüssel des Himmelreiches gegeben und das verbunden mit der Vollmacht: "was du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden sein und was du auf Erden lösen wirst, wird auch im Himmel gelöst sein. Ja, damit hat sich Gott von einem Geschöpf in gewisser Weise abhängig gemacht. Wahrlich, da gehört Mut dazu!  Und was waren das für Menschen, die Verantwortung trugen für Gottes Volk?

Petrus, ein Charakter, der viele Fragezeichen aufgibt, begeisterungsfähig, feig, kleingläubig, großmundig, der es fertig bringt, den Herrn zu verraten, aber dann auch sich und sein Leben für ihn einzusetzen. Jesus hat ihn mit seinen Stärken und Schwächen geliebt und sich auf ihn verlassen. Und seine Nachfolger? Da gab es Heilige, Machtbesessene, Lasterhafte, die ganze Palette menschlichen und unmenschlichen Verhaltens wird uns da präsentiert.

Ja, Gott hatte Mut, Jesus hatte Mut, auf uns zu setzen, Gottes Vertrauen in uns ist fast grenzenlos. Gott hatte nicht nur Mut, was die Schöpfung und unsere Freiheit betrifft, Jesus nicht nur Mut, die Kirche auf fehlbare Menschen zu gründen, nein, der Mut Gottes ging so weit, dass er uns anvertraut hat, Kindern das Leben zu schenken, sie zu erziehen, für sie alles zu sein. Und er hat uns zugetraut, Partnern und Partnerinnen zum Segen und Heil zu werden.

Dieses Geschenk Gottes müssen wir erst einmal achten lernen, das Geschenk, dass wir eben keine Marionetten, keine Befehlsempfänger sind, dass uns zugetraut wird, seine Schöpfung, unsere Erde, unsere Kirche, unsere Kinder zu hegen und zu pflegen, so hoch und hehr ist das Bild Gottes von uns.

Ja, und die Antwort kann dann doch nur lauten: Gib Antwort auf Gottes Vertrauen, auf seine Liebe, darauf, dass er ganz auf uns setzt. Gib Antwort so, dass Du Dich verantwortlich fühlst für seine Kirche: nein, es ist nicht nur der Papst, wir alle tragen Verantwortung.

Gib Antwort so, dass Du Verantwortung übernimmst für seine Schöpfung, die er uns anvertraut, hege und pflege sie.

Gib Antwort so, dass Du den Kindern, die Dir anvertraut sind, Perspektiven zum Leben eröffnest, sie hegst, pflegst, sie im Geiste der christlichen Liebe erziehst und ihnen Geborgenheit schenkst, ein Mitgift, wie es reicher nicht sein kann.

Gib Antwort so, dass Du für alle, die auf Dich setzen, Dir vertrauen, das lebendige Bild Jesu Christi bist.

Gottes Mut muss eine Entsprechung, eine Antwort finden, in unserer Verantwortung für die Schöpfung, die Kirche, unsere Nächsten, eine liebende Antwort. Amen

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