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Christi Himmelfahrt, Ökumenischer Gottesdienst im Dom,
Prädikant Wolfram Uhrig

17.05.12 00:00
Thema: "Bibel als Buch der Wirklichkeit"

Apg 1,6-11 unter Berücksichtigung 2. Kö 2, 11-14 und Mt 17, 1-9

Kanzelgruß

Liebe Gottesdienstgemeinde,

am 6. August feiert die röm.-kath. Christenheit das Fest der Verklärung Jesu, am letzten Sonntag nach Epiphanias hat die evangelische Christenheit das gleichartige Gedenken: der eben verlesene Text aus Mt 17 ist Grundlage der Verkündigung. Ich habe für heute, diesen Himmelsfahrtstag drei Texte für die Verkündigung gewählt, weil diese Texte in ihrem Geheimnis eine Entwicklung zeigen, die wahrzunehmen uns technisch-materialistisch denkenden Zeitgenossen schwerfällt.

Nun fragt sich doch manch einer, was ist denn die Bibel für ein Buch? Für mich ist die Bibel schlicht das Buch der Wirklichkeit:

1.) Die Bibel beschreibt die Wirklichkeit der Menschen über die Jahrtausende hinweg in Fragen der sozialen Wirklichkeit, den Fragen des Glaubens, des Rechtes und der Gerechtigkeit, wobei immer wieder die Rückbezüglichkeit auf den Vater im Himmel hergestellt wird.

2.) Die Bibel wirkt auch bei uns durch das Leben, die Auferstehung und die Aufnahme Jesu in den Himmel. Selbst Agnostiker können nicht bestreiten, daß die christliche Wirklichkeit auch in der Gesellschaft noch eine große Rolle spielt.

Nun der dritte Text: Apg. 1, 9-11: Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher ist aufgenommen gen Himmel, wird so kommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

Liebe Gottesdienstgemeinde! Wetter, Feuersäule, Wolke. Das sind in der Bibel Begriffe, die die Gegenwart des lebendigen und handelnden Gottes meinen. Dieser Unerklärliche ist spürbar da. Aber er ist nicht fassbar. Dennoch: Er offenbart sich!

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Bei der Aufnahme des Elia in den Himmel ist diese Offenbarung nur seinem Sohn Elias sichtbar. Dieser reagiert mit Entsetzen.

Die größere Offenbarung Gottes, unseres Vaters im Himmel zeigt sich in Jesus, dem Christus. Die Verklärung auf dem hohen Berg können aber nur drei miterleben. Nur drei dürfen dabei sein. Die Stimme aus der Wolke macht die drei aber so bestürzt, daß sie stürzen. Und in der Verklärung Jesu sind plötzlich auch noch die großen Glaubenszeugen Elia und Mose gegenwärtig. Der Begriff der Metamorphose, wie er im Urtext steht, meint aber mehr als unsere „Verklärung“ aussagen kann. Dieser Begriff meint die physische Erhöhung der Gestalt in eine Lichtgestalt, die später, nach der Auferstehung des Herrn eben wieder eine ungeheure Bedeutung gewinnt. Daher der Befehl, über diese Verklärung zu schweigen.

Gottes Offenbarung ist aber damit noch nicht abgeschlossen: Für die drei Petrus, Jakobus und Johannes  ist die Verklärung – ohne daß sie das wissen können – die Vorwegnahme der Auferstehung. Nach dem Ostergeschehen, welches ja zu erheblichen Erschütterungen bei den Jüngern geführt hat, erscheint der Herr dann doch der gesamten Jüngerschar mehrfach!!! Die, die Umwandlung des Herrn wahrnehmen dürfen, wächst!

Bis die „Himmelfahrt“ geschah. Entscheidend für die richtige Würdigung dieses Geschehens ist, daß die Aufnahme des Herrn in die unsichtbare Welt die Ergänzung und Vollendung des Ostergeschehens ist.

Was nun haben diese drei Ereignisse mit uns heute zu tun? Ich will es Ihnen sagen: Die Zahl derer, die solches erleben dürfen und müssen ist weiterhin gestiegen. Was wohl hat dazu geführt, daß in der künstlerischen Darstellung der Apostel und vieler anderer, die sich in die Nachfolge Christi begeben haben, der Heiligenschein dargestellt wurde. Oder warum ist in unserer Christuskirche auf dem Triptichon der Auferstandene als Lichtgestalt zu sehen? Warum können manche Menschen gelegentlich die sogenannte AURA anderer wahrnehmen? Was ist von Berichten zu halten, daß Mütter den Tod des im Krieg fallenden Sohnes spüren?

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Die Folgerung ist eigentlich einfach: Es gibt eine unsichtbare Welt und Wirklichkeit um uns herum, die wir mit unseren fünf Körpersinnen nicht so leicht wahrnehmen können. Aber aus dieser unsichtbaren Welt heraus hat Jesus Christus nach seiner Auferstehung so stark gewirkt, daß er bis heute bei uns wirkt.

 Wir dürfen uns einfach nicht einbilden, alles erklären zu können. Uns fehlt wohl die Demut. In unserer Einbildung glauben wir sogar, die Welt retten zu können. Dabei ist die Botschaft der Auferstehung und der Aufnahme des Menschenbruders  Jesus in die Gegenwart Gottes für uns viel tröstlicher, als wahrgenommen: Mit dem Ende unserer körperlichen Existenz wird uns verheißen, daß wir nicht aus der Liebe des unerklärlichen Gottes herausfallen. Die Erlösung von dieser Angst kann schon hier und jetzt beginnen. Da ist jetzt schon Himmelreich. Ganz nah bei uns.

Amen

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsre menschliche Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Zwei Ufer eine Quelle: Kollekte für Sozialstation

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