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4. Fastensonntag B

18.03.12 00:00
Eph 2,4-10,Joh 3,14-21

„Wir waren tot, Gott hat uns zusammen mit Jesus Christus wieder lebendig gemacht.“ so heißt es in der heutigen Lesung aus dem Epheserbrief. Erst tot – dann lebendig. Das widerspricht unserer natürlichen Erfahrung. Die Reihenfolge ist doch umgekehrt: nicht vom Tod zum Leben, sondern vom Leben zum Tod. Das Neue Testament spricht anders über Leben und Tod als wir es gewöhnlich tun. Wir sprechen biologisch, natürlich. So ist Leben und Tod etwas, das bei Mensch und Tier, bei allen Lebewesen, auch bei Pflanzen aufeinander folgt. Im Evangelium wird die Reihenfolge umgekehrt.

Die Heilige Schrift spricht nicht biologisch, natürlich, sondern theologisch, von Gott her, übernatürlich. Aus Gottes Perspektive sind die Dinge anders: Tod ist der Zustand der Sünde. Tot ist der Mensch, der sich von Gott, der das Leben schlechthin ist, abgewandt hat und dem eigenen Ich verfallen ist. Leben hat der Mensch, der offen für Gott ist, erlöst ist, in der Gnade Gottes steht, der sich von Gott geliebt weiß und selber liebt. Ob ein solcher Mensch noch unter uns lebt oder schon ins Jenseits heimgegangen ist, ist dann gar nicht mehr so wichtig. Er ist am Leben, weil er mit Gott verbunden ist – im Diesseits und im Jenseits. Der größere Unterschied zwischen Tod und Leben liegt nach der Heiligen Schrift im Glauben oder im Unglauben. Wer an den Gott des Lebens glaubt, hat das ewige Leben, wer nicht glaubt, bleibt im Tod, auch wenn er sich noch quicklebendig vorkommt. Das ist nicht leicht zu verstehen und wir müssen immer wieder fragen, wovon sprechen denn die Evangelien und der Heilige Paulus, wenn er seinen Gemeinden immer wieder einschärft: Wir sind schon vom Tod zum Leben hinübergegangen, erweist euch dieses Lebens würdig, lebt entsprechend, sagt der Sünde ab.

Im Johannesevangelium wird dasselbe mit den Worten Finsternis und Licht ausgedrückt. Wir sind dazu berufen, Menschen des Lichtes zu sein und nicht Menschen der Finsternis. Freilich entspricht unser Leben nicht immer dieser Berufung. Wir leben oft nicht so, wie es sich für Erlöste gehört. Wir scheuen das Licht und bevorzugen die Finsternis, so wählen wir selbst den Tod und nicht das Leben.

Spricht nur die Bibel so eigenartig verdreht über Tod und Leben? Auch wir sagen manchmal, wenn wir von einem Menschen so sehr enttäuscht sind, dass wir von ihm nichts mehr wissen wollen: „Der ist für mich gestorben.“ Das ist so ziemlich das Schlimmste, was man über einen Menschen sagen kann. Obwohl der Mensch noch physisch, biologisch da ist, ist er für mich Luft, er ist abgeschrieben, tot. Der ist für mich gestorben. Er war am Leben, nun ist er für mich tot.
Was sagt Gott darauf? Er startet seine Rettungsaktion. Er nimmt uns beim Wort. Weil wir Menschen oft so unmenschlich, lieblos miteinander umgehen, ist tatsächlich einer für uns gestorben: sein Sohn Jesus Christus. Durch seinen Tod hat er uns befreit, erlöst von unserer Todesverfallenheit, in die wir durch unser Lieblosigkeit und Unfähigkeit einander anzunehmen, geraten sind. Er will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er sich bekehre und lebe. Gott sagt nie, dass ein Mensch, mag er noch so sehr in der Sünde stecken, für ihn tot ist. Weil Jesus Christus für alle gestorben ist, können alle Menschen zum Leben erweckt werden. Denn „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern ewiges Leben hat.“
Jesus ist aus Liebe zu den Menschen am Kreuz gestorben, zugrunde gegangen – und so dem Menschsein auf den Grund gegangen – damit der Mensch nicht zugrunde geht. Dafür hat Gott seinen Sohn hingegeben, um den Menschen zu retten. Nicht weil Gott irgendwelche Genugtuung bräuchte, Gott lässt sich nicht beleidigen. Sondern weil der Mensch anders nicht mehr zu retten war. Er hätte sich zugrunde gerichtet in seiner Gottferne. Nicht Gott richtet, sagt uns das heutige Evangelium, Gott will retten. Richten tun sich die Menschen selbst, wenn sie dieses Angebot der Erlösung nicht annehmen und nicht an den Sohn glauben.
So wurde sein Tod, den er aus Liebe zu uns Menschen gestorben ist, durch seine Auferstehung für uns zur Quelle des Lebens. Denn Gott denkt anders über Leben und Tod als wir Menschen es gewöhnlich tun. Was in unserer Wahrnehmung das Ende ist, der Tod, ist für ihn der Beginn – das Leben – Leben in Fülle. Bitten wir den Herrn, dass er uns jetzt in der Eucharistiefeier wieder hineinnimmt in seinen Tod und seine Auferstehung. Amen

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