Nachrichten

Sie sind hier: Startseite

Nachrichten

7. Ostersonntag, P. Wolfgang Bauer SJ, 1. Petrusbrief,4,13-16, Johannesevangelium 17,1-11

01.06.14 00:00
Die Freude, die den Christen kennzeichnen soll, ist nicht die oberflächliche Freude, das Vergnügen, nicht die Lust, sondern es ist eine Freude, die wir empfinden, wenn wir uns daran erinnern, dass unser Leben ein Geschenk eines guten Gottes ist, der uns auch in schwierigen Situationen zur Seite steht und der uns letztendlich zum unendlichen Glück in seiner Gemeinschaft führen wird.

7.Ostersonntag Lesejahr A, St.Blasien

Lesung: 1.Petr.4,13-16; Evangelium: Joh 17,1-11a

  Liebe Gemeinde,

Papst Franziskus pflegt jeden Morgen in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses Santa Marta, in dem er wohnt, während der Messe eine kleine Ansprache zu halten, die oft überraschende Gedanken enthalten. So hat er vergangene Woche mit folgenden Gedanken überrascht: „Die christliche Gesundheit ist die Freude! Einmal sagte ich, es gebe Christen mit einem Gesichtsausdruck, als hätten sie auf eine eingelegte Pfefferschote gebissen-. Immer so ein Gesichtsausdruck…! Das sind keine Christen. Ein Christ ohne Freude ist kein Christ. Das ist unser Siegel, die Freude. Auch im Schmerz, im Leid und auf der Flucht.

Diese erstaunliche Aussage scheint auch in der heutigen Lesung aus dem 1.Petrusbrief eine Entsprechung zu haben, wo es heißt: „Freut euch, dass ihr Anteil an den Leiden Christi habt, denn so könnt ihr auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit voll Freude jubeln.“

Aber ob die Sätze vom Papst oder aus dem Petrusbrief kommen, so leicht lassen sich diese Sätze nicht schlucken, denn unsere Erfahrung, unser Verhalten spricht eine andere Sprache:

Freude kommt bei uns auf, wenn eben kein Leid, keine Sorgen uns drücken, keine Frustrationen uns hemmen, keine Schwierigkeiten sich unseren Wünschen in den Weg stellen, wenn wir Schönes, Beglückendes erleben, ein ungetrübtes Miteinander haben, angestrebte Ziele erreichen konnten.

Aber neben dieser ungetrübten Freude kennen wir auch die Erfahrung, wie wir uns freuen, wenn Schwierigkeiten glücklich durchgestanden sind, Schmerzen  nachlassen, in einem dunklen Tunnel uns ein Hoffnungslicht geschenkt  wird.

Der Papst und der 1.Petrusbrief  konfrontieren uns mit der Wirklichkeit des menschlichen Lebens. Der  christliche Glaube verheißt nicht das Paradies auf Erden, das ungetrübte menschliche Glück, der christliche Glaube will uns nicht auf Engelsflügeln über die Schwierigkeiten des Lebens hinwegtäuschen, der christliche Glaube nimmt die Realität dieser Welt, die Umstände, unter denen unser Leben nun mal abläuft, auch unsere Begrenztheit und Hinfälligkeit, ganz ernst.

Aber wie erklärt sich, dass der Christ trotz der Widrigkeit des Lebens und in den leidvollen Situationen Freude empfinden soll und einem Leben ohne Freude der Papst sogar die Christlichkeit abspricht?

Der Grund liegt in der Person Jesu, seinem Geschick und was das für unser Leben bedeutet, der Grund liegt darin, was wir in diesen Monaten gemeinsam gefeiert haben: im Tod, der Auferstehung, Himmelfahrt und der Geistsendung an Pfingsten.

Durch den Tod Jesu zu Freude kommen: wie ist das zu verstehen?

Der Tod Jesu war ja ein Leiden und Sterben für uns, ein Hinabsteigen Jesu bis in die tiefsten Abgründe des Menschen in Leid und Tod. Und die christliche Freude kommt daher, dass ich zuversichtlich weiß auch im Leid: ich bin nicht mutterseelenallein und verlassen, sondern das Tröstliche, der Grund zur Freude ist: er leidet für und mit uns und steht an unserer Seite.

Und die Osterfreude  der Apostel und allen, denen er als der Auferstandene begegnet ist und aufgrund deren Zeugnis auch unsere Freude erhellt sich daraus, dass der Tod und das Leid nicht die letzten Worte über uns Menschen sind, sondern dass Gott in der Auferstehung Jesu zeigt, dass er das Leben will, dass die  Erfüllung menschlicher Sehnsucht nach Leben und Glück durch Gott zur Vollendung kommen und was  an Jesu geschehen ist, auch  an uns geschehen wird.

Und in der Himmelfahrt Jesu feiern wir voll Freude, dass Jesu Gebet: „Verherrliche Deinen Sohn“ in Erfüllung gegangen ist. Sein Leben und Sterben wie auch unser Leben und Sterben kommen durch Gott selbst zur Vollendung und unser Leben mündet im Leben mit Gott, in der ungetrübten Freude. Die Freude kommt also nicht aus unseren Wünschen, unserer Sehnsucht sondern sie ist ein Geschenk unseres Gottes.

Und weil die Freude nicht  durch uns erzeugt wird, uns nicht als Mitgift unserer Natur in die Wiege gelegt wird, weist uns Papst Franziskus darauf hin, dass wir die Freude nur im Heiligen Geist finden können, weil er uns lehrt zu lieben, er es ist, der uns mit Freude erfüllt und uns den benötigten Frieden gibt.

Die Freude, die den Christen kennzeichnen soll, ist nicht die oberflächliche Freude, das Vergnügen, nicht die Lust, sondern es ist eine Freude, die wir empfinden, wenn wir in die Tiefe denken, wenn wir uns  daran erinnern, dass unser Leben ein Geschenk eines guten Gottes ist, der uns auch in schwierigen Situationen zur Seite steht  und der uns letztendlich zum unendlichen Glück in seiner Gemeinschaft führen wird.

Diese Gedanken, die uns zur wahren Freude führen, gibt uns der Geist ein, der uns an Pfingsten geschenkt wird, es ist der Geist, der uns rät, stärkt, Freude schenkt und Frieden mit uns, mit den Mitmenschen und mit Gott. Amen

Gottesdienste

im Dom:
Samstag:  19 Uhr
Sonntag:   10 Uhr
Sonntag:   11:15 Uhr *
*zusätzlich während der Schulzeit
siehe: Mitteilungsblatt

im Albtal:
Sonntag:      8:45 Uhr

in Menzenschwand:
Samstag:   19:15 Uhr
Sonntag:    09:30 Uhr

Öffnungszeiten des Doms

Winterzeit: 
8:30 Uhr bis 17:00 Uhr

Sommerzeit:
8:30 Uhr bis 18:30 Uhr 

Während Gottesdiensten oder Veranstaltungen ist eine Besichtigung nicht möglich!