Nachrichten

Sie sind hier: Startseite

Nachrichten

29.07.2011 - BZ

Orgel klingt wie ein großes orchester

29.07.11 00:00
Orgel klingt wie ein großes orchester
Der Schweizer Organist Walter Artho begeisterte beim Konzert an der Schwarz-Orgel im Dom St.Blasien mit einem ausgeklügelten Programm, dessen Schwerpunkt auf zeitgenössischer Musik lag.Photo: Margit Matyscak
Der Schweizer Organist Walter Artho registrierte die Werke seines Konzerts mutig und klangstark.

ST. BLASIEN. Mit Mut und Kompetenz führte Walter Artho das siebte Domkonzert zum Erfolg.
Bescheiden und kurz nahm der Schweizer Organist den rauschenden Applaus entgegen
– und bedankte sich mit zwei Zugaben.

Mut bewies Walter Artho als er drei Kompositionen des 1950 geborenen Kanadiers
Denis Bédard und eine Komposition des 1955 in Beirut geborenen französischen
Komponisten Naij Hakim zwischen Bach, Pachelbel, Vierne, Karg-Elert und Widor
stellte. Alle Kompositionen zeichnen sich durch einen großen Spannungsbogen aus
und wurden empathisch registriert: Tutti im Kontrast zur Einzelflöte, der reine
Klang der Flöten im Wechsel mit dem näselnden Krummhorn. Gravitätisches
Schreiten der Orgel stand tänzerisch leichten Passagen gegenüber. Hier blieb
kein Klangtyp außen vor. Emotionen wurden wie Wechselbäder angeboten. Die Orgel
schrie und schoss in Hakims 1995 uraufgeführtem "Vexilla regis prodeunt", um im
nächsten Augenblick zu tanzen und sich im Flötenstrudel zu verlieren. Bass und
Bagpipe führten schließlich das 14-minütige Stück vom chaotischen Zittern
stürzend in die Ruhe. Beim anschließenden "Corrente e Siciliano", Opus 100,3 von
Sigfried Karg-Elert, standen sich zwei gegensätzliche Tanzrhythmen gegenüber,
von denen der eine im Flötenstrudel weg zu schwirren schien und der andere sich
mit Hilfe der Bagpipe zum Choral aufschwingen wollte. Durch den Bass wurden
beide vereint und diszipliniert. Die Toccata aus der fünften Symphonie, Opus 42,
von Charles Marie Widor, knüpfte mit ihrem Einsatz im Tutti an Bachs Präludium
f-moll, BWV 534, an und schloss den Kreis des Programms über die Jahrhunderte
hinweg. Bei Widor zäsierte der Bass ein Feuerwerk der Arpeggien, bei Bach
griffen starke Themen ineinander. Auf Bach folgte Pachelbels Choral mit vier
Variationen – als wollte der Organist darstellen, wie Individuen in der Orgel
(Flöten und Gedackte) gemeinsam tanzen können. Die 1994 komponierte Fantasie von
Denis Bédard schien Bach und Pachelbel vereinen zu wollen. Ein aufsteigendes
Thema der im Instrument vorne liegenden Pfeifen fächerte sich auf, um ins Innere
zu führen. Ein Bassthema als begleitende Konstante führte über einen
Klarinettenlauf zurück ins Tutti des Orgel-Orchesters. Viernes Impromptu aus
Opus 54 ließ zunächst Atem schöpfen, bevor Rapsodie sur le nom L-A-V-O-I-E und
die Invocation des Kanadiers Denis Bédard die Spannung bis zur Zerreißprobe
führten.
Walter Artho führte die Schwarz-Orgel als großes Orchester mit spannender
Ausdruckskraft vor.

Autor: Margrit Matyscak

Gottesdienste

im Dom:
Samstag:  19 Uhr
Sonntag:   10 Uhr
Sonntag:   11:15 Uhr *
*zusätzlich während der Schulzeit
siehe: Mitteilungsblatt

im Albtal:
Sonntag:      8:45 Uhr

in Menzenschwand:
Samstag:   19:15 Uhr
Sonntag:    09:30 Uhr

Öffnungszeiten des Doms

Winterzeit: 
8:30 Uhr bis 17:00 Uhr

Sommerzeit:
8:30 Uhr bis 18:30 Uhr 

Während Gottesdiensten oder Veranstaltungen ist eine Besichtigung nicht möglich!