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3. Ostersonntag B 2012, Lukas 24,35-48, P. Josef Singer

22.04.12 00:00
„Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben.“ sagt der Evangelist Lukas über die Gemütslage der Jünger und der Frauen, als sie den Auferstandenen Herrn sahen. Und wir, können wir es glauben?

Wirklich Unglaubliches wird da im heutigen Evangelium berichtet. Wir fragen zurecht: Wie kann das sein mit der körperlich-greifbaren Anwesenheit eines Menschen mit Fleisch und Knochen, mit Essen und Trinken, der gerade wie aus dem Nichts erschienen ist? Doch solange wir nur an diesen Äußerlichkeiten hängen bleiben kommen wir nicht weiter. Wir sollten nicht fragen, wie war das damals tatsächlich, sondern: was will der Evangelist Lukas sagen mit dieser drastischen Schilderung der Körperlichkeit des Auferstandenen? Was bedeutet das: Kein Gespenst hat Fleisch und Knochen? Wir kennen die Redensart: das hat Hand und Fuß, und meinen damit, hier haben wir es mit etwas Wirklichem, Wichtigem zu tun. Vielleicht kann das eine Brücke zum rechten Verständnis sein.

Jesus gehört als der Auferstandene einer jenseitigen Wirklichkeit an, die über unsere raum-zeitliche Wahrnehmung hinausgeht. Eine Wirklichkeit mit anderen Lebensbedingungen, die für uns Diesseitige unvorstellbar sind. Deshalb hat das Essen Jesu in diesem Zusammenhang den Sinn, die Jünger von der Wirklichkeit seines lebendigen Daseins zu überzeugen.

Wir müssen unsere Vorstellung von dem was wirklich ist, aufbrechen. Ist jemand der Überzeugung: „Ich glaube nur, was ich sehe: das ist die ganze Wirklichkeit!“ - Dann hat freilich die Osterbotschaft wenig Chancen anzukommen.

Die Verklärungsexistenz Jesu gehört einer anderen, größeren Wirklichkeit an. Wie soll man davon reden mit unseren raum-zeitlich begrenzten Vorstellungen? Es kommen so paradoxe Beschreibungen zustande, wie im heutigen Evangelium. Die aber keineswegs nebulös und vage oder gar sinnlos sind, sondern Hand und Fuß haben. Wie ja auch der Auferstandene Herr wirklicher ist als unsere sinnliche Wahrnehmung, mit der wir uns oft täuschen.

Wie soll man reden über ein Ereignis, das anders ist als alles, was sich in der Welt vorher ereignete. Darum ringt auch Papst Benedikt, wenn er im 2. Band seines Jesus-Buches im Kapitel über die Auferstehung schreibt: „Was ist da geschehen? Das war für die Zeugen, die dem Auferstandenen begegnet waren, nicht einfach zu sagen. Sie waren mit einem Ereignis konfrontiert, was es in der Welt vorher nicht gab. Sie waren von dem Geschehen überwältigt und mussten Zeugnis davon geben, hatten aber keine rechten Worte dafür.“

Wir sind gut beraten, wenn wir behutsam, tastend, fragend an die Osterberichte herangehen, nur dann können sie uns die Osterbotschaft erschließen.

Und wenn Jesus sagt: Ich bin es selbst und dabei seine Hände und Füße zeigt, dann ist das ein Hinweis auf seine Wunden der Kreuzigung. Das erinnert uns an das Evangelium vom letzten Sonntag: Wenn Jesus den Thomas auffordert, die Wundmale zu berühren, dann ist die Botschaft: Der verklärte Auferstandene ist niemand anders als der am Kreuz gestorbene Herr.

 

„Sie staunten, konnten es aber vor Freude nicht glauben.“ die Haltung des Staunens ist wohl die Voraussetzung zum Glauben an die Auferstehung Jesu. Die Haltung der Offenheit einer ganz neuen Dimension gegenüber. In der sich aber dann ein und derselbe geliebte Mensch, Freund und Bruder zeigt: Jesus von Nazareth.

Das alles konnten sie vor Freude nicht glauben, die Jünger und die Frauen, als Jesus plötzlich vor ihnen stand. V o r  F r e u d e  n i c h t  g l a u b e n  k ö n n e n. Das ist eine bemerkenswerte, ja paradoxe Formulierung, die man sich zu Herzen nehmen muss.

Gibt es dafür Beispiele in unserem, in meinem Leben, dass ich etwas vor Freude nicht glauben konnte? Nur wenn ich Ansätze dafür im eigenen Leben suche und finde, kann ich auf die Spur der Erfahrung der Jünger und Frauen kommen, denen der Auferstandene begegnet ist. Worüber sie eine solche Freude empfanden, dass sie es nicht glauben konnten. Aber dann doch davon erzählen mussten, denn stärker als der menschliche Kleinglaube war für sie die Freude über die Begegnung mit dem Herrn.

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