Nachrichten

Sie sind hier: Startseite

Nachrichten

Blasiusfest 2015

Predigt beim Festgottesdienst P. Wolfgang Bauer SJ

08.02.15 00:00
Die Heiligen sind Mittler, Wegmarken auf unserem Weg zu Gott. Was können sie für uns heute bedeuten?

 Liebe Festgemeinde,

Es ist   erstaunlich und faszinierend, wie in der langen Menschheitsgeschichte und der 2000-jährigen Kirchengeschichte einzelne Persönlichkeiten jahrhundertelang sich ins Gedächtnis der Menschen eingegraben haben und von ihnen immer noch zahlreiche Geschichten und Legenden überliefert werden.

 

Für uns Christen gehört in erster Linie der dazu, dessen Namen wir tragen und der durch seine Person und Frohbotschaft am nachhaltigsten die letzten 2000 Jahre geprägt hat, aber es gehören dazu sicher auch die Heiligen: zB Nikolaus, Martin und auch der hl.Blasius als einer der 14 Nothelfer, bei denen Menschen in ihren Lebensnöten auch heute Hilfe und Trost suchen.

 

Dass uns in St.Blasien, in der katholischen Blasiusgemeinde, im Blasiusdom, im ehemaligen  Benediktinerkloster St.Blasius dieser Heilige besonders ins Gedächtnis geschrieben  ist und Verehrung erfährt, geht auf die nicht  ganz erhellten geschichtlichen Anfänge des Ortes zurück.

Fürstabt Martin Gerbert sieht die Anfänge der Blasiusverehrung in der kleinen Mönchszelle im Albtal, einem Ableger des Klosters Rheinau, im 9.Jahrhundert, als ein Mönch Fintan sein Kloster Rheinau bat, ihnen da oben zum Trost in der Einöde eine Reliquie, den Arm des hl.Blasius zu schenken, die diese zuvor aus Rom von einem Wohltäter geschenkt bekamen. Dargestellt findet man die Übergabe der Reliquie auf dem Sarkophag Fintans in Rheinau. Man darf annehmen, dass die Mönche dieses kostbare Gut bei ihrer Vertreibung aus St.Blasien mitgenommen haben.

Eine interessante Geschichte, doch so sehr uns auch die Geschichte geprägt hat, müssen wir uns fragen und fragen lassen, welche Bedeutung der hl.Blasius oder generell die Heiligen für unsere Zeit, für unsern Glauben, für unser Leben haben.

 

Und unser Patrozinium ist dazu angetan, zu bedenken, was für uns die Vorbilder christlichen Lebens bedeuten können.

 

Gewiss, wir müssen dabei einige Hürden nehmen, den Florian, der andere Häuser ruhig anzünden darf, wenn er nur unseres verschont, auch den Antonius, der bei allen Schlampern, ob sie sich zur Kirche bekennen oder nicht, hoch im Kurs steht, einige Praktiken der Vergangenheit darf man ruhig etwas kritisch unter die Lupe nehmen.

 

Aber, liebe Gläubige, der hl.Blasius, ja die Heiligen gehören zu uns, ihre Verehrung ist tief verwurzelt und lässt sich nicht verdrängen, wir brauchen sie als Wegmarken gerade in unserer doch weithin orientierungslosen Zeit. Aber Wegmarken müssen auch verständlich sein, einen Sitz in unserem Leben einnehmen können, wir brauchen keine Reliquiare sondern lebendige Zeugnisse.

 

Bei diesem Bemühen hilft uns der große Theologe P.Karl Rahner.

Er nennt zwei Wege, um einen Zugang zum Verständnis der Heiligenverehrung in unserer Zeit zu finden:

 

Der erste Weg ist die Einsicht, dass jeder Zugang zu Gott durch Menschen vermittelt ist. Jesus von Nazareth, sein Leben, sein Tod und seine Auferstehung vermitteln uns den Weg zum Vater. In ihm ist uns Gott nahegekommen. Und seine Botschaft: in der Tat selbstloser Liebe ist Gott selbst uns nahe, es gibt keine Trennung von Gottes-und Nächstenliebe und so gibt er seinen Jüngern den Auftrag, einander zum Heil, zur Vermittlung der göttlichen Liebe zu werden. Und durch die Heiligen, die diese selbstlose Liebe in ihrem Leben verwirklicht haben, ist Gott spür-und greifbar geworden.

 

Der zweite Weg zum Verständnis der Heiligen ist die Einsicht, dass diese Menschen, die in ihrem Leben diese Liebe den Menschen gezeigt haben, nicht aufhören, Gottes Heil wirkkräftig zu zeigen. Die Kirche, die Jesus gestiftet hat, endet nicht mit dem Tod des einzelnen. Wir versinken nicht in Bedeutungslosigkeit durch den Tod, sondern seine Kirche dauert an von der pfingstlichen Geistsendung bis zur Wiederkunft des Herrn. So gehören zur Kirche Jesu Christi auch alle, die ihr Leben in ihm vollendet haben. Zu dieser unserer Kirche gehören die Heiligen.

Die Heiligen sind also Mittler, Wegmarken auf unserem Weg zu Gott. Was können sie für uns heute bedeuten?

 

1.Zunächst, glaube ich, sind sie Vorbilder des Glaubens und der Liebe.

Jede Zeit, jede Situation fordert von uns Christen, dass wir das, was auf uns zukommt, im Geiste Christi bewältigen. Die Heiligen haben in ihrer Zeit, in ihrer Lebenssituation, in der sie sich befanden, uns vorgelebt, was es heißt, ein Leben christlich zu gestalten.

Und wenn wir auch wenig vom Leben des hl.Blasius wissen, so ist doch das, was im Gedächtnis der Gläubigen geblieben ist bis heute, seine unermüdliche Zuwendung und Hilfe für Menschen in jeder Not, denen er begegnete und seine unbedingte Glaubenstreue. Darin sind er und die Heiligen uns Vorbilder, Lehrmeister christlichen Lebens.

 

2. Und dann sind die Heiligen uns Helfer bei Gott, sein 2.Gedanke.

Die Heiligen haben in ihrem Leben an den Menschen, denen sie begegneten, christlich gehandelt. Sie haben sich für ihre Mitmenschen verantwortlich gefühlt und ihnen im Geiste Christi alle Liebe erwiesen. Wir vertrauen darauf, dass sie ihre Sorge, ihre Liebe (da sie nun ihr Leben bei Gott vollendet haben), wirksamer, als mit den schwachen menschlichen Kräften für uns einsetzen und Gottes Heil nun noch wirkmächtiger vermitteln können.

In diesem Vertrauen bitten wir heute in dieser Feier und beim Blasiussegen um seine Fürbitte bei  Gott um Hilfe in all unseren Nöten. Amen

Gottesdienste

im Dom:
Samstag:  19 Uhr
Sonntag:   10 Uhr
Sonntag:   11:15 Uhr *
*zusätzlich während der Schulzeit
siehe: Mitteilungsblatt

im Albtal:
Sonntag:      8:45 Uhr

in Menzenschwand:
Samstag:   19:15 Uhr
Sonntag:    09:30 Uhr

Öffnungszeiten des Doms

Winterzeit: 
8:30 Uhr bis 17:00 Uhr

Sommerzeit:
8:30 Uhr bis 18:30 Uhr 

Während Gottesdiensten oder Veranstaltungen ist eine Besichtigung nicht möglich!