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14.Sonntag im J. Lesejahr A, Sacharja 9,9-10, Matthäus 11,25-30 P. Wolfgang Bauer SJ

Sach 9,9-10

Mt. 11, 25-30

06.07.14 00:00
Lassen wir uns heute von diesem Wort „Kommet alle zu mir, die ihr beladen seid, bei mir werdet ihr Ruhe finden“ anregen, die wahre Ruhe in der Nähe Gottes u suchen, um uns so fähig zu machen, auch unsern Schwestern und Brüder Trost und Ruhe spenden zu können.

14.Sonntag im J. Lesejahr A

Sach 9,9-10

Mt. 11, 25-30

Liebe Schwestern und Brüder,

„Kommt alle zu mir, die ihr geplagt und beladen seid. Ich werde euch ausruhen lassen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin gütig und selbstlos. So werdet ihr in euren Herzen Ruhe finden.“

Dieses tröstliche Wort des Herrn steht an einer zentralen Stelle des Mattäusevangeliums, dort nämlich, wo gesagt wird, wer die Träger und wer die Empfänger seiner Botschaft sein sollen.

Die Träger der Frohbotschaft sollen die Kleinen und Unmündigen sein, weil an sie vom Vater die Offenbarung ergangen ist. Es sind die, die nach den Maßstäben dieser Welt-auch nach unsrer Erfahrung-keine Stimme, keine Lobby haben, es sind Menschen, die wissen, dass sie bedürftig sind und sich noch beschenken lassen können, ja, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit und Liebe. Genau die werden von Jesus selig gepriesen.

Und wer sollen nach Jesu willen die Empfänger der Frohbotschaft sein?

Die Empfänger sind alle „Geplagten“ und „vom Leben Gebeutelten“. Sie lädt Jesus ein und verheißt ihnen, dass sie bei ihm Ruhe finden können. Damit sind die gemeint, die beladen sind mit Schuld, die belastet sind durch äußere Gewalt, auch die nach dem Menschen, die auf der Suche sind nach Sinn und Ziel ihres beschwerlichen Lebens, Menschen, die es umtreibt und die einen Ankerplatz suchen, wo sie sich in den Wechselfällen des Lebens festmachen können. Sie alle sind eingeladen.Und Papst Franziskus wird nicht müde, uns daran zu erinnern, dass auch wir als Christen diesen Menschen, denen Jesus sich besonders zuwendet, Trost und Hilfe bringen müssen.

Das Geschenk, das ihnen Jesus in Aussicht stellt, ist einfach Ruhe, sonst nichts. Der Mensch soll die Möglichkeit haben, von seiner Last auszuruhen. Diese Ruhe jedoch ist keine Friedhofsruhe, in der sich nichts mehr rührt, ist auch nicht einfach Ruhe abseits des umtriebigen Alltags, wie sie so viele gehetzte Menschen am Sonntag oder Urlaub suchen.

Die Bibel meint mit Ruhe das Glücksgefühl, das sich bei dem einstellt, der sich in der Nähe, unter dem Schutz Gottes geborgen weiß.

So hofft das Volk Israel auf das Land, in dem es nach der aufreibenden Wüstenwanderung in Ruhe leben kann. Von dieser Ruhe geht ein Segen aus, und von der Unruhe ein Fluch, wie es das rastlose Umherirren des Brudermörders Kain zeigt.

In diesem Sinne ist auch die Sabbat-die Sonntagsruhe u verstehen: geborgen sein, ruhig werden in der Nähe Gottes.

Gehen wir einmal der Frage nach, warum Jesus meint, dass vor allem die Kleinen, Schwachen, Unmündigen die geeignetsten seien, um bei ihm Ruhe zu finden in ihrer Not? Warum preist er sie selig?

Nach den Maßstäben dieser Welt können doch die ruhig sein, die keine finanziellen Nöte haben, die Macht haben und sich vor niemand ängstigen müssen, die geehrt werden und sich in diesem Ruhm ausruhen können. Doch können die wirklich ruhig werden?

Die Wohlhabenden wollen doch immer mehr für sich haben, machen sich zu Gejagten und Gehetzten, zum Sklaven ihres Besitzes. Und wer auf die Ehre, den Ruhm bei den Mitmenschen setzt, wird immer unruhiger, weil er nur noch das tun darf, was ihm Ehre einbringt. Und wer immer mehr Macht über andre ausüben will, um selbst nicht zum Unterdrückten zu werden, muss beunruhigt sein, weil er so keine Freunde findet, Untergebene vielleicht, aber keine Freunde.

Wirklich Ruhe finden kann nur der -und darauf zielt ja die Einladung Jesu-, der sich frei machen kann, der kein Untertan seines Wohlstandes ist, der nicht am Gängelband seiner Süchte nach Ehre, Macht und Besitz hängt. Ruhig in dieser Welt kann nur leben, wer wie Jesus sein Leben auf andre hin ordnet, da ist für sie, der lieben oder anders gesagt, der dienen kann. Ruhig wird der Mensch, der nicht den materiellen Gütern verhaftet bleibt, sondern wer schenken, teilen, drangeben kann.

Und wer so in Güte und Selbstlosigkeit in der Nähe Gottes Ruhe gefunden hat, ist auch fähig, die Geplagten und Beladenen zu trösten, für sie ein Ort der Ruhe zu sein.

Wir Christen sollen solche Ruhepunkte und Trostspender sein: dies ist eine wesentliche Seite christlichen Lebens, dh das Joch Jesu auf sich zu nehmen.

Lassen wir uns heute von diesem Wort „Kommet alle zu mir, die ihr beladen seid, bei mir werdet ihr Ruhe finden“ anregen, die wahre Ruhe in der Nähe Gottes u suchen, um uns so fähig zu machen, auch unsern Schwestern und Brüder Trost und Ruhe spenden zu können. Amen

Gottesdienste

im Dom:
Samstag:  19 Uhr
Sonntag:   10 Uhr
Sonntag:   11:15 Uhr *
*zusätzlich während der Schulzeit
siehe: Mitteilungsblatt

im Albtal:
Sonntag:      8:45 Uhr

in Menzenschwand:
Samstag:   19:15 Uhr
Sonntag:    09:30 Uhr

Öffnungszeiten des Doms

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Sommerzeit:
8:30 Uhr bis 18:30 Uhr 

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