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Allerheiligen, Matthäus 5,1-12 die Seligpreisungen,P. Wolfgang Bauer SJ

01.11.14 00:00
1. Die Seligpreisungen sind der Lobpreis derer, die Ihr Leben im Geiste der Bergpredigt gelebt und bei Gott ihre Heimat gefunden haben: Alle Heiligen

2. Sie sind Hoffnung für alle, die in ihrem Leben durch alle Maschen fallen, dass sie nie und nimmer durch die Maschen von Gottes Liebe und Erbarmen fallen werden.

3. Sie sind das neue Lebensgesetz Christi, das hier und heute Geltung haben soll, damit wir und unsere Welt jetzt schon die Seligkeit erfahren, am Aufbau des Reiches Gottes mitzuwirken.

Allerheiligen  Mt,5,1-12 die Seligpreisungen,

Liebe Gemeinde,

 die Seligpreisungen aus dem Mattäusevangelium scheinen in ausnehmend guter Weise zum heutigen Fest Allerheiligen zu passen: Unsere Heiligen waren Menschen, die in den beschriebenen Situationen der Armut, der Bedrängung, der Trauer, des Kampfes um Gerechtigkeit waren, die sich als barmherzig gezeigt haben und um den Frieden bemüht, sie haben wahrlich den guten Kampf gekämpft und sind für  dieses entbehrungsreiche, harte irdische Leben mit der himmlischen Seligkeit belohnt worden und werden uns von der Kirche als leuchtende Vorbilder eines gelungenen Lebens vorgestellt, das wir nachahmen sollen, um ebenso die ersehnte Seligkeit zu erlangen. So kann man die Seligpreisungen sehen und verstehen gerade am Feste Allerheiligen.

Doch als Jesus diese Sätze sprach, da ging es nicht um Allerheiligen, da ging es nicht um die Seligpreisung derer, die rühmlich ihr Leben zu Ende gebracht haben, sondern da war eine so große Menge Menschen zusammengekommen, um ihn zu hören, um etwas Mut und Kraft mitzunehmen für ihr hartes Leben., dass er auf einen Berg stieg, um sich verständlich  machen zu können, deshalb nennt man dieses Evangelium Bergpredigt, es ist der Beginn der Bergpredigt.

 Diese Menschen, die sich in ihrer Not um ihn scharen, hat er im Blick. Und das waren Menschen, die vor lauter Daseinsvorsorge keine Kraft mehr für Religion hatten, die so schwer und lange arbeiten mussten, dass ihnen keine Zeit blieb, um die zahlreichen verzwickten Bestimmungen des göttlichen Gesetzes zu studieren, wie es ihnen die Schriftgelehrten vorlegten, die deshalb in den Augen der Frommen notwendigerweise sündigten und ausgeschlossen schienen von Gottes Heil und Reich.

Es sind Menschen, die an die Grenzen ihrer Möglichkeit gestoßen sind und die Bergpredigt Jesu, die mit den Seligpreisungen beginnt, ist eine Glückwunschadresse an die Unglücklichen in der Welt, an die, die scheinbar vom Heil Gottes ausgestoßen sind, an die Armen in jeder Form..

Es sind alles Menschen, denen wir auch aus unserer eigenen Erfahrung nicht zu ihrem Leben gratulieren würden.

Für die Hörer damals wie für uns heute müssen diese Worte Jesu im wahrsten Sinne unglaublich geklungen haben, denn ihre wie unsere Erfahrung sprechen eine andere Sprache.

In den Seligpreisungen scheint Jesus die Welt wie sie ist und die leidvolle Erfahrung, die wir machen, tatsächlich auf den Kopf zu stellen, aber dabei auch  Erfahrungen deutlich zu machen, die uns ebenfalls geläufig sind. Einmal sagt er in den Seligpreisungen, dass gerade die Armen, die Leidenden, Trauernden und ungerecht  Verfolgten,  die Zukurzgekommenen, alle, die in den Seligpreisungen angesprochen sind, Gottes Günstlinge sind, ohne Vorbedingung und eigene Leistung, einfach aus Liebe und Erbarmen, weil sie arm sind. Ja, so ist Gott, so ist der Vater Jesu Christi, ganz anders als bei uns, wo Leistung und Gegenleistung peinlich aufgerechnet werden, auch im religiösen Bereich. Und so gibt er denen, deren Leben hoffnungslos erscheint, die keine Leistung erbringen können, frische Hoffnung und ermöglicht ihnen dadurch eine neue Zukunft.

Aber das Verstehen der Seligpreisungen wäre zu kurz gegriffen, wenn wir sie als Vertröstung aufs Jenseits verstünden, dass dort die Armen reich und die Reichen arm werden, sozusagen Gottes Gerechtigkeit den Ausgleich schafft.

 Nein , er lenkt  unseren Blick auch auf die Erde, denn hier schon sollen wir selig sein, soll Gottes Reich beginnen und wirksam werden, hier schon sollen wir mit an der Seligkeit bauen, die Gott einmal vollenden wird..

 Was ist auf dieser Erde Seligkeit und Glück?

Welches ist der Weg dorthin?

  Bei dieser Frage sind wir verwiesen auf die Botschaft Jesu, der schon bei der Versuchung in der Wüste deutlich gemacht hat, was er für Irrwege zum Glück hält: dort macht er deutlich, dass nicht das Streben nach Macht, nach Besitz und Ehre den Menschen glücklich machen, weil sie in ihm eine Gier erwecken, die nicht zu stillen ist. (bei Finanzkrise erleben wir es in diesen Tagen).

Sein Weg zum Glück ist es, den Willen des Vaters zu tun, dh seine ganzen Kräfte und gottgegebenen Fähigkeiten einsetzen im Dienst und in der Liebe zu den Mitmenschen. Wer sein Leben verschenkt, wird es gewinnen oder wie der Volksmund sagt: geben ist seliger als nehmen. Und dies können wir nachempfinden, denn überall dort, wo wir egoistisch nur uns im Blick haben, um uns kreisen, bleibt ein schales Gefühl zurück und immer dann, wenn wir etwas Gutes tun konnten, empfinden wir das - trotz Mühe und Entbehrung - als Glück.

Somit sind die, die hergeben und schenken können, friedfertig sind, die sich aufopfern, auf Gewalt verzichten aus Liebe auf dem besten Weg zu Glück und Seligkeit.

Somit haben die Seligpreisungen drei Dimensionen:

einmal ist es tatsächlich der Lobpreis derer, die Ihr Leben im Geiste der Bergpredigt gelebt und bei Gott ihre Heimat gefunden haben.

Zum zweiten ist es Hoffnung für alle, die in ihrem Leben durch alle Maschen fallen, die Hoffnung, dass sie nie und nimmer durch die Maschen von Gottes Liebe  und  Erbarmen fallen werden.

Und zum dritten bezeichnen die Seligpreisungen das neue Lebensgesetz Christi, das hier und heute Geltung haben soll, damit wir und unsere Welt jetzt schon  die Seligkeit erfahren, die der Liebe entspringt  und Schritte tun zur Seligkeit, Schritte zum Reich Gottes, das ja wachsen  soll wie ein Senfkorn in unserer Welt, um dann von Gott vollendet zu werden. Amen.

Gottesdienste

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Sonntag:   11:15 Uhr *
*zusätzlich während der Schulzeit
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