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Christkönigsfest, Matthäus 25,31-46, P. Wolfgang Bauer SJ

23.11.14 00:00
So zeigt Jesu im heutigen Evangelium Gott auch am Ende der Tage als den barmherzigen Vater, der durch seinen Sohn ganz auf der Seite des Menschen steht, zu dessen Wesen es gehört, sich um uns Menschen zu mühen wie ein Hirte, und uns zu dienen mit dem Ziel uns zur Vollendung bei Gott zu führen .

Christkönigsfest 2014

Liebe Schwestern und Brüder,

Was mich am meisten an diesem Evangelium mit dem Titel: das Endgericht fasziniert, ist eigentlich das, was es über Gott aussagt und über die Bedeutung der Menschwerdung Christi.

 Nennen Sie mir eine Religion, in der Gott für sich nichts einfordert: keine besonderen Opfer, keine besonderen Gebete, keine besonderen Handlungen! Der Vater Jesu ist in diesem Sinne ein so souveräner, selbstloser Gott, dass er für sich unseren Dienst, unsere Verehrung nicht beansprucht, sie ihn nicht reicher und vollkommener machen können.

Was er will und beansprucht ist, dass wir seine Geschöpfe mitmenschlich handeln, die Not sehen in unserer Umgebung, nach Kräften helfen, die Liebe, mit der er uns liebt, weitergeben und Jesus sagen kann: das ist der wahre Gottesdienst und darin und dadurch könnt ihr vor Gottes Gericht bestehen! Was ihr dem geringsten getan habt, das habt ihr mir getan!

 Aber woher wissen wir, dass Gott tatsächlich so selbstlos ist? Woher wissen wir, dass viele unserer Gottesbilder von dem strafenden Gott, der uns Angst einjagt und uns die Luft zum freien Atmen nimmt und der uns letztlich doch an unseren schwachen Stellen erwischen könnte , nicht doch wahr sind? Woher nehmen wir diese Sicherheit, dass Gott ganz anders ist, dass er so ist, wie ihn das heutige Evangelium beschreibt, dass wir uns daran messen lassen müssen, was wir in unserem Leben unseren Mitmenschen getan, vielleicht angetan  oder vorenthalten haben?

Diese Sicherheit, liebe Schwestern und Brüder, garantiert uns kein Geringerer als Jesus von Nazareth, den wir als den Christus, den Gesalbten Gottes, den Messias, den Heiland, den Menschensohn und am heutigen Fest als den König bekennen.

Wenn wir uns fragen: wer ist Gott und wie ist er, nicht in erster Linie, wie er in sich ist, wie sein Wesen ist, darüber haben sich Philosophen und Theologen seit Jahrhunderten Gedanken gemacht und sie tun das noch immer, sondern uns interessiert doch vielmehr, wer und was er ist für uns, für mich ist und sein wird: ein barmherziger Vater oder ein uns bis in die Träume hinein verfolgender  zwar gerechter aber da wir alle fehlerhaft sind eben doch ein strafender Gott?

Wenn ich auf diese Fragen eine wirklich verlässliche Antwort will als Christ, dann muss ich mich an das Wort des Hebräerbriefes halten, das besagt: Jesus Christus ist d a s Bild des unsichtbaren Gottes, an dem ich ablesen kann, wer und wie Gott ist und wie er auch für mich ist. Einzig der Blick auf ihn gibt mir verlässliche Antwort.

Und im heutigen Evangelium können wir das gut ablesen:

Da ist die Rede vom Menschensohn, der kommen wird,

Da ist die Rede vom Hirten, der seine Schafe um sich sammelt,

Und da ist die Rede vom König, der eine ganz andere Herrschaft ausübt als die Herrscher dieser Welt.

1.Der Menschensohn , der kommen wird

So wie in Jesus als Gottessohn sich der Vater ganz zum Ausdruck bringt, in ihm lebt und wirkt, so steht er als Menschensohn auch ganz auf der Seite der Menschen, er kennt ihre Nöte und hat sie leibhaftig erfahren.

Doch in dem Titel Menschensohn, der kommen wird, ist auch ausgedrückt, dass ihm der Vater das Gericht übergeben hat. Gleichzeitig werden wir daran erinnert, dass das Leben nicht beliebig ist, kein Spiel, nicht wiederholbar, sondern in Verantwortung vor Gott gelebt und vor Gott gebracht werden muss.

Und dass es Gott um den Menschen geht, sehen wir daran, dass beim Gericht als Maßstab des Menschensohnes gilt: was ihr dem Geringsten getan bzw.nicht getan habt, das habt ihr mir getan, bzw.nicht getan.

 Und dass es Gott in seiner Sorge tatsächlich um jeden einzelnen von uns geht, sehen wir am 2.Bild, das das heutige Evangelium zeichnet.

2. Jesus der Hirte, der seine Schafe sammelt.

Und dieses Bild ist ein überaus zärtliches Bild der Vertrautheit Gottes mit den Menschen. Er kennt jeden, hat eines jeden Namen in seine Hand geschrieben, und er kann sagen: „Ich bin der gute Hirt, ich kenne die meinen und die Meinen kennen mich“ und der gute Hirt geht dem verlorenen Schaf nach und lässt die 99, die sich auf dem richtigen Weg befinden, lieber allein, soweit geht seine Hirtensorge.

Und im heutigen Evangelium will uns die Rede vom Hirten sagen: „Vertraut darauf, dass das letzte Wort des Menschensohnes über diese Welt und über euch aus einer sorgenden Vertrautheit, aus einer liebenden Hirtensorge heraus gesprochen wird.

3.Und der Menschensohn, der Hirte, er kommt als König, das ist das 3.Bild

Bei diesem Bild denken wir an die Frage des Pilatus: „Bist du ein König?“ und Jesus antwortet: „Ja, ich bin ein König“, aber mein Reich ist nicht von dieser Welt. Er übt seine Macht über die Welt nicht aus wie sie die Machthaber dieser Welt ausüben, indem sie die Menschen unterjochen, nein sein Königtum ist eher so zu beschreiben, wie es die Kunstdarstellungen der Romanik darstellt: der Gekreuzigte, der sein Leben am Kreuz drangibt für uns mit der Königskrone.

Und diese Darstellung entspricht seiner Weisung: wer bei euch der erste sein will, sei der Diener aller, der hat sein Leben wie Jesus mit Liebe bekrönt und der darf hören: komm her, Du Gesegneter meines Vaters, nehme das Reich in Besitz.

 Liebe Schwestern und Brüder,

Und so zeigt Jesu im heutigen Evangelium Gott auch am Ende der Tage als den barmherzigen Vater, der durch seinen Sohn ganz auf der Seite  des Menschen steht, zu dessen Wesen es gehört, sich um uns Menschen zu mühen wie ein Hirte und uns zu dienen mit dem Ziel uns zur Vollendung bei Gott zu führen .

Und daraus können wir einen fast naiv klingenden Schluss ziehen: wenn der Mensch Gott so viel bedeutet, muss auch uns der Mitmensch so viel wert sein.

Amen

Gottesdienste

im Dom:
Samstag:  19 Uhr
Sonntag:   10 Uhr
Sonntag:   11:15 Uhr *
*zusätzlich während der Schulzeit
siehe: Mitteilungsblatt

im Albtal:
Sonntag:      8:45 Uhr

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Samstag:   19:15 Uhr
Sonntag:    09:30 Uhr

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