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03.01.2012 BZ

Kontrastreicher Start ins neue Jahr

03.01.12 00:00
Kontrastreicher Start ins neue Jahr
In ihrem ungewöhnlich bunten, kontrastreichen Neujahrskonzert reizten Trompeter Andrei Kavalinski und Organist Berhard Marx die technischen wie klanglichen Möglichkeiten ihrer Instrumente aus. Foto: Karin Stöckl-Steinebrunner

 ST. BLASIEN. Kaum vermochte der Dom die Menge der Konzertbesucher zu fassen, die ein ungewöhnlich buntes, kontrastreiches Neujahrskonzert erleben durfte. Trompeter Andrei Kavalinski und Organist Bernhard Marx reizten die technischen wie klanglichen Möglichkeiten ihrer Instrumente in hohem Maße aus. Kavalinski interpretierte neben Sonaten von Corelli und Telemann auch ein Stück von Hans Werner Henze, Marx fügte den gängigen Werktiteln zwei wuchtige Stücke der französischen Romantik an. Den Anfang des Konzertes machte eine zeittypische Komposition des in der Nachfolge von Charpentier und Lully angesiedelten Michel-Richard Delalande mit repräsentativem Eingang, aparten Echowirkungen in den Mittelsätzen und einem triumphal aufspielenden letzten Satz. Chromatische Gänge, vollstimmige, dissonanzenreiche Akkorde und ein mit dröhnender Bassgewalt ausgestatteter Schluss charakterisierten das Orgelpraeludium von Dieterich Buxtehude. Mit sanft-anmutig ausgespieltem Legatobogen eröffnete Kavalinski das Grave der Sonate in A-Dur von Arcangelo Corelli, stimmte sich im Allegro auf die federleicht getupfte Orgelmelodie ein, wechselte im Adagio zu dunkler Schicksalsschwere und erhob sich im Allegro mit kurzen Phrasen zu frohlockender Trompetenstrahlkraft. Feierlich-getragen erklang das berühmte Air von Johann Sebastian Bach. Auch Georg Philipp Telemanns Sonate für Trompete und Orgel mit den fanfarenartigen Repetitionen zu Beginn, dem sanglichen Bogen des Largo und dem strahlenden Vivace gehörten, musikalisch souverän vorgetragen, zu den Programmpunkten, die das Publikum mit behaglich zustimmendem Kopfnicken in einem Neujahrskonzert goutiert. Aufhorchen ließ die Sonatina für Trompete solo von Hans Werner Henze, zu deren Interpretation Kavalinski in die Rotunde hinabstieg. Einem wilden, aufgeregten Redeschwall gleich begann dieses Werk. Die unwirklich-verhallt mit Dämpfer gespielte Melodie der Canzona mit ihren einzelnen, wie von der heißen Herdplatte in die Luft gesprengte Tropfen anmutenden Tontupfern offenbarte eine ganz andere Spielqualität des Instrumentes. Der mit Segnali überschriebene dritte Abschnitt glich in seiner affektgeladenen Virtuosität wiederum dem ersten, wirkte durch akzentuierte Wiederholungen indes noch effektvoller. Zuvor hatte Bernhard Marx auf der Orgel bereits im wahrsten Sinn alle Register gezogen mit der Interpretation der Rhapsodie über französische Weihnachtslieder von Eugène Gigout. Dieses äußerst kontrastreiche Stück mit seinen gewaltigen, archaisch wirkenden Bässen zu Beginn und am Schluss, die ein filigranes Gespräch gedeckter Mittelstimmen umrahmen, ließ den Kirchenraum erbeben. Nicht weniger ungewöhnlich wirkte das auf die Komposition Henzes folgende Stück von Padre Davide da Bergamo, das neben den jeder Bravourarie bei Rossini den Rang ablaufenden Melodiekaskaden mit wuchtigen Klängen die österreichische Kaiserhymne auf die Melodie Joseph Haydns, unsere heutige Nationalhymne, zitiert. Ebenfalls grandios und ausgesprochen weltlich klang Louis James Lefébure-Wélys "Sortie", ein Werk, das das Publikum mit seiner grandios von Marx inszenierten Klanggewalt mitten ins große Welttheater des Jahres 2012 hineinzustoßen schien.

Autor: Karin Steinebrunner

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