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Der Klang ehrt die Komposition

21.07.11 00:00
Der Klang ehrt die Komposition
Der Riga Dom Boys Choir bereicherte die Konzertreihe. Foto: Matyscak
Männer und Knaben aus Riga faszinieren ihr Publikum im Dom

Wenn 30 kleine Jungen geordnet durchs Mittelportal den Kuppelraum des Doms betreten und sich, gefolgt von neun gestandenen Männern, im Altarraum aufstellen, werden die Besucher von diesem Bild ergriffen. Wenn der Gegensatz von Stimmgewalt professioneller Sänger und Reinheit von Knabenstimmen im Nachhall der Kuppel steht, versteht das Publikum, warum Pater Georg Kappeler von der Göttlichkeit der Musik spricht. Musik rührt an. Jene des Riga Dom Boys Choirs besonders.

Martin Klishans führt seinen Chor an unsichtbaren Fäden und hebt in der Messe
des 1957 geborenen lettischen Komponisten Praulinšden den starken Kontrast
zwischen Männer- und Knabenstimmen hervor, lässt die Knaben staccato singen, die
Männer nur non legato. Die Domakustik reagiert. Klishans bezieht sie mit ein,
wartet ihr Echo ab. Im "O die Lasso" singt ein Quartett vom Seitengang aus das
Echo voll aus. Klang und Optik ehren Komposition, Musiker und Gebäude. Ein
rundes Bild.

Nach dem zeitgenössischen Klang wechselt der Chor zur Empore. Organistin Aija
Zingite interpretiert die Fantasie in G-Dur BWV 572 von Johann Sebastian Bach
mit aller dem Stück innewohnenden Kraft. Aus Bachs Messe in F singen Chor und
Orgel gemeinsam das Gloria. Dabei braucht Aija Zingite die Orgel nicht zu
dämpfen. Die Macht der Stimmen wetteifert mit dem Instrument.
Bach-Gounods "Ave Maria" schwebt aus den Knabenkehlen durch den Dom, bei
Schuberts "Ave Maria" übersingt ein Solist die Kameraden. Beim "Ave Maria" des
estländischen Komponisten Sisask endet die Romantik. Die Männerstimmen
übernehmen den Ostinato und die Knaben stürmen mit ihren Bitten. Eine besonders
gelungene Programmzusammenstellung. Sie macht gleichzeitig das unterschiedliche
Verhältnis der Menschen zu religiösem Ausdruck deutlich. Mendelssohn-Bartholdy,
Bruckner und Franck führen in die Romantik zurück. Mit Dupres "O Salutaris" und
Saint-Saëns "Tu es Petrus" stehen sich praktisch zwei Chöre gegenüber. Beide
homogen, klangstark von höchster Ausdruckskraft. Martin Klishans lotet diesen
Gegensatz voll aus und schafft damit gleichzeitig eine neue beeindruckende
Einheit.

Mit diesem Konzert dürften die diesjährigen Chorkonzerte ihren Höhepunkt
erreicht haben.

 Autor: Margrit Matyscak

Gottesdienste

im Dom:
Samstag:  19 Uhr
Sonntag:   10 Uhr
Sonntag:   11:15 Uhr *
*zusätzlich während der Schulzeit
siehe: Mitteilungsblatt

im Albtal:
Sonntag:      8:45 Uhr

in Menzenschwand:
Samstag:   19:15 Uhr
Sonntag:    09:30 Uhr

Öffnungszeiten des Doms

Winterzeit: 
8:30 Uhr bis 17:00 Uhr

Sommerzeit:
8:30 Uhr bis 18:30 Uhr 

Während Gottesdiensten oder Veranstaltungen ist eine Besichtigung nicht möglich!