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19. Sonntag im Jahreskreis A, Mt,14,22-33 2014, P. Wolfgang Bauer SJ

10.08.14 00:00
Wir, auf dem Meer des Lebens, auf dem Meer unserer Zeit: Hohen Seegang und Gegenwind werden wir immer haben, die nimmt uns der Herr nicht ab. Wichtig ist nur, zu wissen: auch dann ist Jesus da als unser Gefährte, als Freund und Retter - in aller Bedrängnis, in allem was uns widerfährt.

 Liebe Schwestern und Brüder,

  Die Jünger sind im Boot und sie werden von den Wellen und dem Wind arg hin-und hergebeutelt. Markus vermerkt an der Stelle: "Jesus sah, wie sie sich beim Rudern abmühten."

Wie gut kennen wir das: Hin-und Hergebeuteltwerden vom Auf und Ab unseres Lebens.

Mal sind wir auf dem Wellenberg, dann geht es uns gut, dann versinken wir ins Wellental und wir verfallen in Mutlosigkeit mit dem Gefühl, es geht nichts mehr voran oder mit der Angst: jetzt ist alles verloren, in so einer Situation gibt es keine Lebensfreude mehr.

Wir wissen auch, was es heißt, sich beim Rudern abmühen, wenn der Atem kürzer wird, die Kräfte nachlassen, ob das die Monotonie unserer täglichen Belastungen ist, die an den Kräften zehrt, ob es die eigenen oder fremden Schwächen sind, die wir zu spüren bekommen, ob es die Kraftanstrengung ist, ­noch einmal einem Menschen verzeihen zu müssen: der Gegenwind macht uns auf vielfältigste Weise zu schaffen.

Selbst in der Gemeinschaft kann das Rudern zur Qual werden, vor allem dann, wenn nicht alle in die gleiche Richtung peilen, jeder für sich rudert, nicht daran denkt, daß man im gleichen Boot sitzt und nur gemeinsam vorankommen könnte.

 Jesus sieht, wie sich die Jünger plagen: er ahnt ihre Situation, so kommt er in der 4.Nachtwache, zwischen Nacht und Morgen, zu ihnen. Doch vor lauter Angst erkennen sie ihn nicht. Es ist immer noch Nacht um sie. Da spricht ihnen Jesus Mut zu: "Habt Vertrauen. Ich bin es. Fürchtet euch nicht." Dies erinnert uns an so manch bibl.Mahnung zum Vertrauen: "Ich bin da, fürchtet euch nicht, so spricht Jahwe zu seinem Volk in vielen gefährlichen Situationen.

 Hier nun setzt der Glaube des Petrus ein:"Herr, wenn Du es bist, so befiehl, daß ich über das Wasser zu Dir komme!" Wenn Du es bist, dann traue ich mich. Jesus sagt:"Komm", da wagt Petrus tatsächlich den Schritt über Bord - im Blick auf den Herrn.

Für die Matthäusgemeinde war das eine wichtige Begebenheit, denn sie ist in äußerster Not, verfolgt, bedrängt. Der Schritt des Petrus hatte ihnen viel zu sagen, gab ihnen Mut. Doch nicht nur sie, auch wir können den Mut erahnen, den es kostet, den Fuß über Bord zu setzen, denn wir wissen nur zu gut, welche Überwindung es kostet, wie wir zaudern, welche Angst wir haben, die Sicherheit unseres Bootes, unseres Lebenskreises, unseres Berufes, unseres bisher gewohnten Lebens zu verlassen, um uns zu neuen Ufern aufzumachen, denn das kann glückliche Wende sein oder Untergang, eine neue Zukunft eröffnen oder totales Absacken bringen. Immer wenn wir etwas ganz Neues angehen, ist es so.

 Voll Freude und Optimismus geht Petrus auf Jesus zu. Er kann im Blick auf ihn die Unsicherheit meistern. Die Angst, von den Wassern verschlungen zu werden, ist von ihm gewichen. Er vergißt, was unter ihm ist. Jesus steht als ruhender Pol im Zentrum des Sturmes. Doch dann geschieht, was geschehen muß, wenn der Gegenwind sich wieder in den Vordergrund drängt: "als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen", heißt es.

Auf einmal schwindet Jesus aus dem Blick und er hat nur noch Angst. Die harte Wirklichkeit holt ihn wieder ein. Abgrundlosigkeit tut sich auf. Trotzdem es bleibt sein Verzweiflungsschrei: "Herr, rette mich!" Und sofort ergreift ihn Jesus und zieht ihn heraus aus dem Wasser, der Tiefe, der Todesangst und er läßt sich ergreifen, findet neuen Halt.

 "Du Kleingläubiger" tadelt ihn Jesus liebevoll.

Wie oft könnte das der Herr auch zu uns sagen, wenn wir ihn aus dem Blick verlieren aus Lebensangst, der Angst zu kurz zu kommen, mißverstanden zu werden, zu verlieren, was wir haben, alleingelassen oder im Streit mit denen, die mit uns im Boot sind, schließlich in unserer Angst vor dem Tod.

Er würde zu uns vielleicht so sprechen: "Du Kleingläubiger". Schau auf mich, dann stehst du über allem, was dich bedrückt und nach unten zieht. Laß Dich von mir, meinem Wort, meiner Liebe zu Dir ergreifen. Du mußt es nicht alleine schaffen und Du mußt es nicht auf einmal schaffen, ich lasse Dich nicht zugrunde gehen.

Und diese Zusage gilt für jeden einzelnen, aber auch für die Familie, die christliche Gemeinde, die Kirche, für unsere ganze Weltsituation.

In dieser Kraft und Zuversicht kann es uns gelingen, auch andere aus dem Wasser zu ziehen, zu tun, was Jesus tat, Lebenshilfe schenken im wahrsten Sinn des Wortes, Hoffnung wecken-alles aus der Kraft und Gemeinschaft des Herrn. So können auch wir zum Bekenntnis kommen wie die Jünger, als Jesus mit Petrus wieder ins Boot stieg:

"Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn."

Und so bleibt uns dieses Bild :

Wir, auf dem Meer des Lebens, auf dem Meer unserer Zeit: Hohen Seegang und Gegenwind werden wir immer haben, die nimmt uns der Herr nicht ab. Wichtig ist nur, zu wissen: auch dann ist Jesus da als unser Gefährte, als Freund und Retter - in aller Bedrängnis, in allem was uns widerfährt. Gott ist mit uns. Amen.

Gottesdienste

im Dom:
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Sonntag:   10 Uhr
Sonntag:   11:15 Uhr *
*zusätzlich während der Schulzeit
siehe: Mitteilungsblatt

im Albtal:
Sonntag:      8:45 Uhr

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Samstag:   19:15 Uhr
Sonntag:    09:30 Uhr

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