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22. Sonntag im Jahreskreis A, Kreuzesnachfolge,Matthäus 16,21-27

31.08.14 00:00
Kreuzesnachfolge ist in erster Linie ein Akt des Glaubens - nicht Schicksalsergebenheit oder Unterwerfung unter einen fremden Willen. Und die Kreuzesnachfolge richtet sich auf eine Person: auf Jesus, der selbst diesen Weg vorangegangen ist.

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
»Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!« Beim Evangelisten Lukas heißt es gar: der nehme täglich sein Kreuz auf sich. Was für eine Zumutung! Eigentlich müsste jeder vor diesem Wort erschrecken, wenn es nicht gar zu gewohnt wäre. Vielleicht sollte man einmal »Kreuz« durch »Galgen« ersetzen: »... der mache sich für den Galgen bereit und folge mir nach!« Jetzt wird der Stachel der Herausforderung deutlicher spürbar. Am Galgen wurden Verbrecher hingerichtet genau wie das Kreuz ist er ein Symbol des Todes und der Schande.

Spontan lehnt man sich gegen eine solche Zumutung auf: »Ich will nicht leiden - ich will nicht sterben!« Das ist eine ganz natürliche Reaktion. Der Lebenswille in uns setzt sich zur Wehr. Vielleicht kommt manchem auch in den Sinn, wie oft das Wort vom Kreuz schon missbraucht worden ist: um Schicksalsergebenheit zu predigen oder um Unterdrückte ruhig zu halten und sie daran zu hindern, sich Freiheit und Gerechtigkeit zu erkämpfen.
Der Gedanke an »Kreuzesnachfolge« weckt zwiespältige Gefühle.

Das ist tröstlich für uns: Das Evangelium verschweigt nicht, dass es den Jüngern Jesu ganz ähnlich erging. Sie konnten so etwas einfach nicht begreifen. Petrus will Jesus sogar davon abhalten, den Kreuzweg zu gehen. Uns kann dies sagen, dass wir den inneren Widerstand, die Auflehnung gegen das Kreuz und die Angst davor - annehmen dürfen! Es wäre nicht gut, solche Gefühle zu unterdrücken, oder sie mit frommen Sprüchen zuzudecken. Wenn sie nicht wirklich verarbeitet sind, wirken sie untergründig weiter und vergiften die Beziehung zu Gott. Hat die Freudlosigkeit und Verbissenheit bei manchen Gläubigen ihren Grund darin, dass sie ihre Widerstände verdrängt und es nie gewagt haben, sich mit Gott ehrlich auseinanderzusetzen? Erst durch die Auflehnung hindurch können wir dazu gelangen, die Schattenseiten unseres Lebens anzunehmen und mit Christus zu bewältigen.

Denken wir daran, dass die Bibel selbst solche Auseinandersetzungen kennt: Hiob klagt Gott an, als ihn Unglück trifft, und in vielen Psalmen streitet der Beter regelrecht mit Gott, weil er sich von ihm verlassen fühlt. Der Profet Jeremia in der ersten Lesung macht Gott zum Vorwurf, er habe ihn betört, ja verführt, und nun fühlt er sich im Stich gelassen; dem Spott der Menschen ausgeliefert. Sogar Jesus musste sich am Ölberg erst zur Annahme des Willens Gottes mühsam durchringen.

Nur durch diese Auseinandersetzung hindurch können wir über uns hinaus wachsen, und dann die uns zunächst so fremdartige Logik des Kreuzes verstehen lernen.
Petrus versteht diese Logik noch nicht, er muss sich von Jesus sagen lassen:»Du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen«. Kreuzesnachfolge hat wahrhaft etwas Übermenschliches an sich! Es ist die »Logik« Gottes, anders als menschliche Denkweise. Jenes andere Wort hängt damit zusammen: »Wer sein Leben um  meinetwillen verliert, wird es gewinnen.« So hat Jesus selbst gehandelt: Er hat sein Leben weggegeben, es an Gott und an die Menschen verschenkt, und es schließlich am Kreuz ganz verloren. Doch in seiner Auferweckung wurde es ihm von Gott neu geschenkt. Noch einmal tröstlich für uns: Jesus ging uns voran. Er verlangt nichts, was er nicht selber auf sich genommen hat!

Kreuzesnachfolge ist darum in erster Linie ein Akt des Glaubens - nicht Schicksalsergebenheit oder Unterwerfung unter einen fremden Willen. Und die Kreuzesnachfolge richtet sich auf eine Person: auf Jesus, der selbst diesen Weg vorangegangen ist. Wenn ich also das Dunkel meines Lebens annehme, trete ich ein in die Leidensgemeinschaft mit ihm. Ich vertraue darauf, dass er mit mir geht, jeden Schmerz teilt, jede Einsamkeit ausfüllt.

Ich glaube daran, dass das österliche Geheimnis von Sterben und Auferstehen sich in meinem Leben fortsetzen wird, dass Jesus mich durch den Schmerz hindurch zur Freude führt.

Mir ist also nicht nur ein Kreuz auferlegt - mir ist zugleich ein Kreuz abgenommen, indem Jesus es mit mir trägt.

Menschen, die so im Glauben das Kreuz annehmen, machen die Erfahrung, dass tatsächlich die Auferstehungsmacht Jesu alles, was dunkel und bedrohlich ist, umwandelt.
Zum Beispiel:
- Ein Konflikt, bewusst ausgehalten, führt zu Versöhnung und schöpferischer  Problemlösung.
- Enttäuschung oder der Schmerz einer Trennung lassen sich verarbeiten, ohne dass man verbittert.
- Eine Krankheit wird zur Herausforderung, als Mensch und als Glaubender daran zu reifen.

Und in all dem vertieft sich vor allem die Beziehung zu

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