Nachrichten

Sie sind hier: Startseite

Nachrichten

BZ 10.10.2011

Stimmen von strahlender Reinheit

10.10.11 00:00
Stimmen von strahlender Reinheit
Die meisten Jungen brauchten nicht in die Noten zu schauen. Roland Büchner steuert seine Regensburger Domspatzen und damit hervorragenden Klang mit äußerst differenzierter Gestik. Foto: Margit Matyscak
Die Regensburger Domspatzen verstanden es, die Akustik der St.Blasier Kuppelkirche klanglich einzubinden und azszunutzen.
ST. BLASIEN. Zur Tradition geworden ist ein Konzert der Regensburger Domspatzen als Abschluss der Internationalen Domkonzerte in St. Blasien. Einmal mehr lockte der Knabenchor am Samstag ein riesiges Publikum in die Kuppelkirche – zu Recht, wie der klanglich eindrucksvolle Auftritt bewies. Rhythmische Betonung, Tempi im mittleren Bereich – also nicht dehnend aber auch nicht davonlaufend – und Ausloten der Stimmen geben dem Chor seinen besonderen Charakter. Seit 1994 steht Domkapellmeister Roland Büchner vor den Sängern. Auf der Homepage wird er als Musiker und Vertrauensperson vorgestellt. Beide Funktionen sieht und hört das Publikum. Selten wandern die Augen der Sänger in die Partituren. Sie hängen an Büchners differenzierter Gestik, die Details präzise vorgibt aber auch gemeisterte Schwierigkeiten bestätigt. Was er fordert, spricht von der Fähigkeit Musik der Jahrhunderte in unsere Zeit einzubinden. Im "Schwarzwald-Dom", wie der Blasiusdom auf der Homepage des Chores bezeichnet wird, bindet er auch die akustischen Besonderheiten ein. Es hat den Anschein, dass das Singen von der Orgelempore und dem Altarraum von vornherein ins Konzertprogramm eingeplant ist, obwohl das gleiche Programm in 26 verschiedenen Räumen vorgetragen wird. Musik des 17. und 18. Jahrhunderts erklingt von der Empore, jene des 19. und 20. Jahrhunderts vom Altarraum. Die Stimmbildung, für die Karl-Heinz Liebl seit 1981 bei den Regensburgern verantwortlich ist, sorgt dafür, dass Klangfarben prächtig strahlen. Büchner gibt genau an, wo er den Ton ansetzen möchte. Seit 2007 steht Kathrin Giehl dem Chor als Gehörbildnerin zur Verfügung. Dank ihr gibt es keine unsicheren Intervallansätze, selbst im bewussten Absenken der Akkorde bleibt ihre Reinheit erhalten. Gerade diese Passagen begeistern. Titularorganist Bernhard Marx rundet das perfekte Klangbild ab. Er fügte "Duo Dialogue sur les Grands Jeux" von Nikolas Grigny (1672 bis 1703) an "Popule meus" von Tomaás Luis de Victoria (1548 bis 1611) und "Crucifixus" von Antonio Lotti (1666 bis 1740) an. Beim "Popule meus" zieht eine Chorgruppe in den Nebenraum der Orgel und erreicht im Wechselgesang mit dem Hauptchor Tiefenklang. Marx spiegelt dies in der Registerwahl. "Crucifixus" fordert sechsstimmige Fülle. Marx spiegelt sie sozusagen im Grands Jeux. Mit dem "Final aus der III Orgelsymphonie, op. 28" von Louis Vierne (1870 bis 1937) leitet er die rhythmische Vielfalt des zweiten Programmteils der Regensburger Domspatzen ein. Nach "Cantico delle creature" des Tschechen Petr Eben (1929 bis 2007) und "O nata lux" des zeitgenössischen Komponisten Morten Lauridsen "Der Mond ist aufgegangen" ins Programm zu setzen, zeugt von tiefem Musikempfinden. Verleiht Eben dem geordneten Durcheinander Ausdruck und Farbigkeit, so steht der Mond für das sentimentale Volkslied. Aber der Satz von Adolf Seifert schafft die Naturbeschreibung ohne Sentimentalität und lässt die Sonnenreflexionen im Kuppelraum quasi mitsingen. Verena Zeiher als Kulturbeauftragte der Kirchengemeinde würdigt zum Abschluss die Konzertgestaltung und erbittet eine Zugabe. Mit Rheinbergers "Bleib bei uns" wird sie auch gewährt und zugleich der künstlerische Ansatz der Domspatzen zusammengefasst. Nicht umsonst gelten die Regensburger Domspatzen als einer der renommiertesten Chöre der Welt. Autor: Margrit Matyscak
Gottesdienste

im Dom:
Samstag:  19 Uhr
Sonntag:   10 Uhr
Sonntag:   11:15 Uhr *
*zusätzlich während der Schulzeit
siehe: Mitteilungsblatt

im Albtal:
Sonntag:      8:45 Uhr

in Menzenschwand:
Samstag:   19:15 Uhr
Sonntag:    09:30 Uhr

Öffnungszeiten des Doms

Winterzeit: 
8:30 Uhr bis 17:00 Uhr

Sommerzeit:
8:30 Uhr bis 18:30 Uhr 

Während Gottesdiensten oder Veranstaltungen ist eine Besichtigung nicht möglich!