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26.07.2011 - BZ

Stimmige Intonation und eindringliche Dynamik

26.07.11 00:00
Stimmige Intonation und eindringliche Dynamik
Das sechste Konzert der Internationalen Domkonzerte ASt.Blasien ließ das Angelicus Ensemble Sofia zum Botschafter orthodoxer Kirchenmusik werden. Foto: Margit Matyscak
Das bulgarische Angelikus Ensemble öffnete beim Domkonzert Zuhörerohren für die inspirierende Welt der östlichen Kirchenmusik

 
 

ST. BLASIEN. Seit Mai dieses Jahres reisen sechs
bulgarische Vollblutmusiker durch Deutschland und machten neben München auch in
St. Blasien Station. Das Angelicus Ensemble ließ die Luft im Kuppelraum des Doms
flirren. Ihre Piano-pianissimo-Abschnitte drangen unter die Haut, die
Forte-fortissimo-Passagen stürmten den Himmel. Jeder Einzelne dieser
Berufssänger hat die Fähigkeit, die Stimme zu modellieren, wie der Textausdruck
es fordert, und dennoch ein Teil des Sextetts zu bleiben.

Die geistlichen Gesänge der Ostkirche folgen den Kirchentonarten oder sind in
der Gregorianik verwurzelt. Das Programm aus dem 19. Jahrhundert aus vielen
anonymen Federn ließ erkennen, wie andersartig der musikalische Weg in Osteuropa
verlaufen ist. Aus ihm schöpfen Nikolai Rimski-Korsakov, Piotr Iljitsch
Tschaikowski und Modest Mussorgski ihre Kraft zu Kompositionen, die die Welt
bewegen. Korsakovs "Vater unser" rührt an, besonders, wenn die Intonation so
stimmig und die Dynamik so eindringlich ist, wie vom Angelicus Ensemble, Sofia.
Tschaikowskis "Gesegnet seist du" integriert das Volkslied "Abendglocken", wie
es von russischen Chören gerne vorgetragen wird. In der Komposition
Tschaikowskis wird jedoch die Süße durch Spannung ersetzt. Dialoge entfalteten
die Stimmen vor allen Dingen in Mussorgskis "Der Engel sprach". Weil
Textinterpretation eine der wesentlichen Faktoren im orthodoxen geistlichen Lied
ist, wäre es hilfreich gewesen, Textblätter zu haben, wie das bei lateinischen
Gesängen oft angeboten wird.


Zwei Tenöre, ein Altus (oder ein Tenor mit ausgeprägter Kopfstimme), ein Bariton
und zwei Bassisten mit aus dem Brustkorb intonierenden, "schwarzen" Klangfarben
präsentierten sich homogen oder differenzierend im Sextett, spannend im
Wechselgesang.

Marjorie Frances Mayo passte sich ins Programm ein mit dem Orgelkonzert B-Dur
nach Albinoni, LV 127 von Johann Gottfried Walther (1684-1748). Ihre
Registerwahl und Koppelungen ließen Hafenklänge entstehen, die begeisterten.
Dynamisch folgte sie dem A-capella-Sextett von piano pianissimo bis forte
fortissimo. Mit ihrer Interpretation wurde gleichzeitig die für westeuropäische
Ohren gewohnte Tonart-Einheit in Kontrast zum Gesang gesetzt. Die Orgel wurde
unter ihren Händen und Füßen zum Sonderbotschafter der Musik.

Als Abschluss des Konzerts errang sich der Beifall die Zugabe "Panis angelicus"
von César Franck. Das Angelicus Ensemble ist nicht nur ein ausgezeichneter
Botschafter osteuropäischer Kirchenmusik, sondern ein ausgezeichnetes A-capella
Sextett. Autor: mc


 

Gottesdienste

im Dom:
Samstag:  19 Uhr
Sonntag:   10 Uhr
Sonntag:   11:15 Uhr *
*zusätzlich während der Schulzeit
siehe: Mitteilungsblatt

im Albtal:
Sonntag:      8:45 Uhr

in Menzenschwand:
Samstag:   19:15 Uhr
Sonntag:    09:30 Uhr

Öffnungszeiten des Doms

Winterzeit: 
8:30 Uhr bis 17:00 Uhr

Sommerzeit:
8:30 Uhr bis 18:30 Uhr 

Während Gottesdiensten oder Veranstaltungen ist eine Besichtigung nicht möglich!