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11.08.2011 - BZ

Konzert der Kontraste

13.08.11 00:00
Konzert der Kontraste
Massimo Nosetti konzertiert an den Orgeln der Welt, zeichnet für Radio Vatikan auf und hat eine Diskographie mit 32 Silberlingen. Foto: Margit Matyscak
Das virtuose Spiel des Organisten Massimo Nosetti bannte Ohr und Vorstellungskraft
ST. BLASIEN. Die größten Pfeifen im Prospekt der Schwarz-Orgel hatten Hochbetrieb unter den Händen von Massimo Nosetti. Der Organist des elften Domkonzerts setzte in seinem Konzert auf Kontraste. Die weitesten Entfernungen der Klangfarben waren gerade richtig, um sein Programm aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert zu interpretieren. Virgil Fax’ Orgelbearbeitung des Chorals "Nun danket alle Gott", BWV 79 von Johann Sebastian Bach, stürmte auf eine Art durch den Dom, dass dem Publikum Hören und Sehen vergehen konnte. In Lionell Roggs Orgelbearbeitung des "Heiligen Franziskus von Padua auf den Wogen schreitend" von Franz Liszt kehrten sich Hörgewohnheiten um. Hatte Bernhard Marx in seiner Einführung vom Meer als Orgel gesprochen, so kam der gleichmäßige Schritt aus den Tiefen der Bässe, während die Wogen in allen Farben quirlten. Läufe und Arpeggien zeichneten Chaos, das vom Gleichmaß des Bassschrittes strukturiert wurde. Ein Frage-Antwort-Motiv kehrte die Farben in viermaliger Wiederholung um, ließ das Meer zur Tiefsee werden und den Heiligen zum strahlenden Helden. Die virtuose Spielweise Nosettis bannte Ohr und bildhafte Vorstellungskraft. Im anschließenden Scherzo in D-Dur von Felippo Capocci tanzten, hüpften und wogen die Themen im Dreivierteltakt. Immer dann, wenn der Fluss am stärksten wurde, wechselten Rhythmus und Taktart. Die Sonate op. 56 in c-moll von Alexandre Guilmant interpretierte der Organist von Santa Rita in Turin als drei Einzelwerke, deren Zusammenhalt in sehr kurzen Satzpausen und den zusammenfassenden Themen der Fuge im Schlusssatz deutlich wurde. Nach diesem Feuerwerk größter Farbkontraste säuselte Marco Enrico Bossis Allegretto op. 92 fast zärtlich, lyrisch aus dem Innern des Instrumentes. Als wollte er kriegerische Auseinandersetzungen zu einem friedlichen Ende zwingen, interpretierte Nosetti "Final" des baskischen Komponisten Jesús Guridi. Bassthemen wechselten die Rhythmen, verschwammen ineinander und stiegen über eine Treppe der Akkorde in eine Sphäre, in der Heroisches keine Bedeutung mehr hat. Die eigene Improvisation des über Italien hinaus bekannten Komponisten kam mit den beiden gegebenen Themen nicht aus. "Herr, neig dein Ohr und hab Erbarmen" wurde durch "Christ ist erstanden" mit "Maria, Mutter unsers Herrn" verbunden. Ein hoher Bordun-Ton erinnerte an Jahrzehnte vor der Orgelrestaurierung, als Töne klemmten. Der Unterschied in dieser Interpretation allerdings band den Orgelpunkt organisch ins musikalische Geschehen ein. Diese Improvisation folgte sozusagen dem roten Faden des Orgelpunktes mit einer eindeutigen Strukturierung. Massimo Nosettis Orgelkonzert lotete den Raumklang der Schwarz-Orgel, die Vielfalt rhythmischer Variationen, Klangkontraste und nicht zuletzt die Differenzierungsmöglichkeiten der Bassklänge aus. Autor: Margrit Matyscak
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