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18.08.2011 - BZ

Bernhard Marx zog buchstäblich alle Register

18.08.11 00:00
Bernhard Marx zog buchstäblich alle Register
Bernhard Marx, Titularorganist der Kirchengemeinde St.Blasien und künstlerischer leiter der Internationalen Domkonzerte gestaltete das vorletzte Orgelkonzert der diesjährigen reihe. Wie bei allen onzerten führte er auch ins eigene Programm ein. Foto: Margit Matyscak
Ein Konzert der von ihm organisierten internationalen Reihe spielt der künstlerische Leiter selbst.

ST. BLASIEN. Besonders viele
Besucher strömten zum vorletzten Orgelkonzert der diesjährigen Internationalen
Domkonzerte. Titularorganist Bernhard Marx interpretierte Musik des 17. bis 20.
Jahrhunderts.

Der künstlerische Leiter der Domkonzerte führt jeweils 15 Minuten vor Beginn der
Orgelkonzerte in die Musik ein. Auch bei seinem eigenen Konzert stand die
Werkeinführung voran und schloss mit Lyrik über die Orgel ab. In Anlehnung an
das Fest Maria Himmelfahrt eröffnete Marx sein Konzert mit der Suite im ersten
Kirchenton zum Magnificat von Louis Nicolas Clérambault. Das 1710 verfasste
Stück gibt dem Organisten die Register vor. Zunächst ist die Gesamtheit "Grand
plain Jeu" in Fuge, Duo und Trio gefragt. Dadurch wird die jeweilige Orgel mit
ihren Klangfarben vorgestellt. Bernhard Marx, der für die Orgeln in der Diözese
verantwortlich ist, präsentiert die Schwarzorgel gerne mit Hilfe dieses Stücks.
Im zweiten Teil kommen Bässe und Trompeten zur Geltung im dritten die näselnden
Krummhörner und Cornetts. Im Schluss führen alle Klangfarben Dialoge, die dem
Text des Magnificats folgen.


Mit dem ersten Satz des Konzerts a-moll nach Antonio Vivaldi, BWV 593 von Johann
Sebastian Bach, flirrten die hohen Flöten in virtuosen Trillern, Leitern und
Arpeggien durch den Dom, was gleichzeitig die Spezialität der Domakustik
vorstellte. Die überwiegende Mehrheit der Besucher war den Hinweisschildern
gefolgt und hatte auf der Orgelempore oder im Langhaus Platz genommen. Hier
kommt die Akustik als klare Antwort zurück, während sie die Töne im Kuppelraum
vermischt. Die in der Rotunde belegten Plätze ließen ahnen, dass es sich hier um
Stammgäste handelt, die Klangmischungen besonders suchen, denn diese hat
durchaus ihren Reiz.

Franz Liszt lebte 1863 im Kloster Madonna del Rosario auf Monte Mario, wo Papst
Pius IX. ihn besuchte. Zwei Jahr später erhielt der Komponist die Tonsur der
Mönche und die niederen Weihen der katholischen Kirche. Unter diesen Eindrücken
bearbeitete er unter anderem Bachs Choral "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen", in
dem ein Bass-Motiv im lebhaften Dialog mit dem Flötenchoral steht. Bernhard Marx
setzte dynamisch starke Strukturen, ließ die Feuer lodern, die Flammen züngeln
und durch den im piano pianissimo aus dem Innern der Orgel angestimmten Choral
"Was Gott tut, das ist wohl getan" löschen. Obwohl Liszt kein Orgelspezialist
war, sind seine Kompositionen starke Herausforderungen für Organisten. Im 200.
Geburtsjahr nahmen alle Interpreten an der Schwarzorgel im Blasiusdom die
Herausforderung an. Ein besonderer Genuss für alle Besucher.

Entspannende Tanzrhythmen in ihrem Gegensatz ließen anschließend schmunzeln.
Geschrieben wurde "Deux Dances à Agni Yavishta" 1934 von Jehan Alain. Mit
Cantilène improvisée von Charles Arnould Tournemire und "Improvisation sur le Te
Deum" zog Marx im wörtlichen Sinne noch einmal alle Register und erntete
anhaltenden Applaus. Die Zugabe, Haydns B-Dur Marsch, im Klang einer
Jahrmarktorgel entließ die Besucher in heiterer Stimmung. Autor: mc


 

Gottesdienste

im Dom:
Samstag:  19 Uhr
Sonntag:   10 Uhr
Sonntag:   11:15 Uhr *
*zusätzlich während der Schulzeit
siehe: Mitteilungsblatt

im Albtal:
Sonntag:      8:45 Uhr

in Menzenschwand:
Samstag:   19:15 Uhr
Sonntag:    09:30 Uhr

Öffnungszeiten des Doms

Winterzeit: 
8:30 Uhr bis 17:00 Uhr

Sommerzeit:
8:30 Uhr bis 18:30 Uhr 

Während Gottesdiensten oder Veranstaltungen ist eine Besichtigung nicht möglich!