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BZ vom 11.07.2011

Mit der Leichtigkeit wahrer Könner

12.07.11 00:00
Mit der Leichtigkeit wahrer Könner
Die Abendsonne tauchte den Chor auf der Empore in inspirierendes Licht - die Aurelius Sängerknaben aus Calw machten die Inspiration perfekt. Foto: Margit Matyscak
Aurelius Sängerknaben(Calw) und Don Mario Pinggera(Orgel) bescheren den Domkonzerten einen Auftakt nach Maß

Da erste Chor- und Orgelkonzert der Internationalen Domkonzerte St. Blasien baute einen
Spannungsbogen, als wollten Bernhard Kugler mit den Aurelius Sängerknaben Calw
und Don Mario Pinggera an der Orgel die Domkuppel musikalisch nachbauen. Vom 16.
bis ins 20. Jahrhundert reichte die Literaturauswahl. Atemberaubend schön waren
Don Mario Pinggeras Interpretationen von Guy Bovets Hamburger Totentanz und Max
Regers Fantasie über den Choral "Ein feste Burg ist unser Gott".
In beiden Stücken bestach Don Mario Pinggera mit einfallsreicher Stimmauswahl
und starker Dynamik. Damit entsprachen seine Interpretationen dem, was Bernhard
Kugler von seinen Sängerknaben forderte: tragend, strahlend, leicht die Tenöre,
Baritone und Bässe, klar und rein die Soprane und Altstimmen. Homogenität im
Gesamtklang. Pinggera und Kugler zogen alle Register, um die Kompositionen
vollendet umzusetzen.

Knabenchöre werden meist in Internaten geschult, in denen Musik im Mittelpunkt
steht. Bei den Aurelius Sängerknaben Calw läuft die musikalische Ausbildung
neben Regelschule und Familienleben. Sie werden ausgebildet wie
Jugend-musiziert-Eleven und bringen, um im Bild zu bleiben, die Leistung von
Bundespreisträgern. Doch im Chor musizieren nicht nur Schüler, sondern auch
zahlreiche junge Männer. Mit Benedicam Domine von Giovanni Croce (1557-1609) und
Je me suis fondu de joie von Darius Milhaud (1892-1974) ließen diese
Männerstimmen ihre jugendliche Leichtigkeit hören. Mit dem Lobgesang Cantate
Domino von Claudio Monteverdi (1567-1643) und dem von Vytautas Miskinis (geboren
1954) wurden Stilrichtungen und Emotionsausdrücke zweier Welten deutlich. Bei
Monteverdi die Einheit in der Vielfalt bei Miskinis die Vielfalt mit
individuellen Schwerpunkten. Redde mihi von Meinrad Spieß (1683- 1761) ließ den
Spannungsbogen zwischen Knaben- und Männerstimmen besonders schillern.


Wenn es einer Demonstration für ausgezeichnete Artikulation bedurft hätte, dann
geschah dies bei "Schaffe mir Gott" von Andreas Hammerschmidt (1612-1675).
Außergewöhnliche rhythmische Sicherheit wurde mit Jubilate Deo von Laszlo Halmos
(1909-1997) vorgelegt.

Kyrie und Gloria aus der Missa brevis von Knut Nystedt (geboren 1915) war ein
wahrer Ohrenschmaus in Sachen Intonation, wobei zu bedenken ist, dass die
lyrischen Ohrwürmer auf den Altarstufen am Rande des Kuppelraums erklangen, wo
es ungleich schwieriger zu singen ist als im Hochchor .

Die Aurelius Sängerknaben präsentierten sich als Vollblutmusiker, die alle
Anforderungen des Chorgesangs erfüllen und den Reiz der Knabensoprane als
i-Tüpfelchen daraufsetzen. Don Mario Pinggera ergänzte den anspruchsvollen
A-capella-Gesang mit ausgefeilter Orgelinterpretation. Der stürmische Applaus
der vielen Zuhörer erwirkte Anton Bruckners Locus iste als Zugabe.

Vom Organisten würde man sich einmal ein Einzelprogramm in St. Blasien wünschen.
Autorin: Margit Matyscak

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Sonntag:   10 Uhr
Sonntag:   11:15 Uhr *
*zusätzlich während der Schulzeit
siehe: Mitteilungsblatt

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in Menzenschwand:
Samstag:   19:15 Uhr
Sonntag:    09:30 Uhr

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