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26.06.2011 - BZ

Domorganistin läßt ihr imposantes Können erklingen

26.08.11 00:00
Domorganistin läßt ihr imposantes Können erklingen
Das letzte Konzert der Saison im Rahmen der Internationalen Domkonzerte St.Blasien war zugleich ein Abschiedsgeschenk von Domorganistin Eiko Yoshimura an den scheidenden P. Kappeler. Foto: Karin Steinebrunner-Stöckl
Eiko Yoshimura spielte das letzte Domkonzertin der diesjährigen Reihe und verabschiedete sich musikalisch vom Stadtpfarrer.


        
ST.BLASIEN. Geradezu rührend war der Abschied von Domorganistin Eiko Maria
Yoshimura und dem scheidenden Stadtpfarrer Pater Georg Kappeler bei der letzten
Veranstaltung der diesjährigen Internationalen Domkonzerte in St. Blasien. Mit
bewegten Worten und einem Blumenstrauß bedankte sich Kappeler bei der
Organistin, die ihrerseits auf der Empore direkt vor der Orgel einen Stuhl
reserviert hatte, auf dem der Pater Platz nahm, um der Zugabe des Abends, einer
Orgelbearbeitung von Dvoráks Sinfonie "Aus der Neuen Welt", zu lauschen, die
besonders das im Original vom Englischhorn gespielte Largothema des lyrischen,
mit "Legende" überschriebenen, zweiten Satzes von Dvoráks Neunter in den
Mittelpunkt stellte.

Zuvor hatte die Domorganistin mit brillant interpretierten Werken von Johann
Sebastian Bach, Robert Schumann, Franz Liszt und Maurice Duruflé die imposante
Bandbreite ihres Könnens unter Beweis gestellt. Mit Präludium und Fuge Es-Dur,
BWV 552, begann sie den Abend ausgesprochen feierlich. Das repräsentative,
volltönige, mit figurativem Zierrat reich durchsetzte Werk ist, wie der
künstlerische Leiter der Domkonzerte, Bernhard Marx, in seiner Werkeinführung
erklärte, der Dreifaltigkeit gewidmet. Dies regte Bach dazu an, den dichten Satz
mit mannigfaltigen zahlensymbolischen Hinweisen zu spicken, angefangen von den
drei Vorzeichen und den drei Themen der Fuge, deren Erklingen sich jeweils in
ein Vielfaches der Zahl Drei einteilen lässt, bis hin zum durch drei oder durch
dessen Quadrat teilbaren Taktaufbau der formalen Teile sowie des gesamten
Werkes. Wie der Gesang einer einzelnen Solostimme vor dem Hintergrund
unablässigen sanften Vogelgezwitschers mutete danach das lyrisch-meditative
Choralvorspiel "Schmücke dich, o liebe Seele" an.


Samtweich und dunkel kreiste die erste von Schumanns "Sechs Fugen" über den
Namen BACH sozusagen auf verschlungenen Pfaden in ihrer kleinintervalligen
Ausgestaltung des Themas ständig um sich selbst, während die dritte, die Eiko
Maria Yoshimura im Anschluss interpretierte, sich liedhaft in sanftem Schwung
nach oben öffnete und mehr ins Träumerische schweifend entschwand.

Wuchtig hingegen begann Franz Liszts Präludium und Fuge über BACH,
verselbständigte sich zur dramatischen Linie, um in der Fuge zurückzufinden zu
einem variativ wiederholten Spiel von jeweils zweitöniger Frage und Antwort –
BA-CH, BA-CH, immer wiederkehrend als Kerngedanke, aus dem sich alles
entwickelt.

Unwirklich zart, wie das Rauschen eines Quells, um den sich Elfen im Reigen
drehen, erklang die Sicilienne aus der Suite op. 5 des stark impressionistisch
beeinflussten Maurice Duruflé – ein anmutiger Hauch weich konturierter
Farbtupfer. Kraftvoller und diesseitiger wirkte die anschließende Toccata, in
welcher der äußerst selbstkritische Duruflé, der zum Leidwesen der Liebhaber
seiner Musik viele seiner Werke verbrannte, aus fröhlichem Gewusel eine Melodie
hervortreten lässt, die raumgreifend und selbstsicher den Satz zum großen Bogen
schließt.

Autorin: Karin Steinebrunner-Stöckl

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