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15.07.2011 - BZ

Flöten klingen wie flehendes Bitten

15.07.11 00:00
Flöten klingen wie flehendes Bitten
Foto: Matyscak
Die Italienerin registrierte die Orgelwerke ihres Domkonzerts sehr einfühsam

ST. BLASIEN. Beim dritten Internationalen Domkonzert stellte
Giulia Biagetti die Orgel in ihrer Doppelfunktion als Konzertinstrument und
Begleiterin des Gottesdienstes vor. In ihrem Konzertprogramm interpretierte sie
drei Toccaten, zwei Fantasien über Stationen im Kirchenjahr, Choralbearbeitungen
und die Évocation à la Chapelle Sixtine von Franz List. Mit diesem Stück im 200.
Geburtsjahr des Meisters großer Emotionen in der Musik beleuchtete die
Orgellehrerin am Institute Musicale in Lucca wiederum zwei Hintergründe. Zum
einen den Höhepunkt eines katholischen Gottesdienstes, die Präsentation des
Allerheiligsten (Évocation) und zum anderen die Lebenssituation eines
musikalischen Genies. Wir würden heute sagen, dass Franz Liszt in Rom lebte um
sich selbst zu finden. Seine Évocation à la Chapelle Sixtine setzt sowohl den
religiösen Schauer des Allerheiligsten als auch der Faszination des Ortes um.
Giulia Biagetti gab dieses Anrühren aber nicht nur bei Liszt weiter.

Ihre Toccata-Interpretationen von Jan Nieland, Max Regers d-Moll, op. 59 und von
Marius Monnikendam differenzierten mit Bass und Flöten Allmacht und flehendes
Bitten. Sie nutzte Schwellwerk und Vibrato-Effekte, um Zittern nicht in
Zaghaftigkeit sinken zu lassen. Der Lyrik in Chant du soir von Marco Enrico
Bossi ordnete sie die Flöte zu, ließ in seinem Pièce Hèroique die auf- und
absteigenden Arpeggien wie Fontänen ineinander greifen. Von Dissonanzen immer
wieder in ihrer schillernden Farbigkeit unterbrochen, führten Quinten
schließlich zur Ruhe. Aus Max Regers Kompositionen über die Kirchenfeste wählte
sie Weihnachten, op. 145,3 und Ostern op.145,5. Sie verstand es, über Crescendi
das Herannahen eines großen Ereignisses transparent zu gestalten und das dunkle
Grollen, das die Weihnachtschoräle unterbricht, als Vorahnung von Ostern
darzustellen. Durch die Kontraste innerhalb der Komposition gelang ihr die erste
eindrucksvoller als die zweite. Hatte die Toccata von Jan Nieland am Anfang
gestanden, so beendete Giulia Biagetti ihr Konzert mit der Toccata von Marius
Monnikendam, dessen Hauptthema eine Variation über Tantum Ergo, das Lied zur
Aussetzung des Sakramentes ist.
Wie rund, gelungen, ansprechend das Konzert beim Publikum ankam, war dem Applaus
zu entnehmen. Mit der Variation über "Eine feste Burg ist unser Gott" von Zvfarg
bedankte sich die Italienerin ihrerseits.

 Autor: Margrit Matyscak

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