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Bezaubernde Klangmosaike in Bewegung

08.08.11 00:00
Bezaubernde Klangmosaike in Bewegung
Musik ist bewegung - von innen kommend, nach außen erfahrbar. Für berührende Klangerlebnisse sorgte die Capella Cantorum Freiburg, wie hier bei der Zugabe auch durch raumgreifende Standortwechsel. Foto: Sigurd Kaiser
Capella Cantorum Freiburg überzeugt beim 10. Internationalen Domkonzert mit Klangschönheit und feiner Interpretation


ST. BLASIEN. "Ihre Musik ist die Ermutigung, den Geist Gottes in sich selber wirken zu lassen",
fasste Pater Georg Kappeler die andächtige Stimmung in Worte, die bereits
während des Konzerts des Vokalensembles Capella Cantorum Freiburg spürbar wurde
und nach dem weitgedehnt verhallenden Schlussklang vollends ins Bewusstsein kam.

Musik ist Bewegung – und Musik bewegt. In diesem Falle bewegten die sensibel
ausgeleuchteten Kompositionen vornehmlich aus der Renaissance und dem 20.
Jahrhundert gleichsam innerlich. Klangschönheit hatte sich das Ensemble zum
noblen Ziel erkoren, und tatsächlich überzeugten die rund zwei Dutzend
Sängerinnen und Sänger unter dem dezenten wie präzisen Dirigat von Wilm Geismann
mit einem sich immer wieder neu aus pastellenen Tönen zusammensetzenden
Klangbild.

Bei aller Sanftheit blieben dabei die einzelnen Stimmengruppen hörbar klar
profiliert. Starke Kontraste, rasante Tempowechsel, markante Akzente blieben
durchgehend außen vor; hätten sie dem schmiegsamen, in detailgenauer Ausdeutung
nie den Gesamtzusammenhang versäumenden Klangcharakter doch nur unnötig Zäsuren
aufgedrängt. Für kontrastreiche Wirkungen, wechselvolle Emotionen und reiche
Klangfarben zeichnete Organist Gerhard Breinlinger verantwortlich, der für die
klassizistischen bis spätromantischen Werke von Kodály, Rheinberger und Bridge
die Möglichkeiten der Schwarz-Orgel geschickt und verständig nutzte.
Besänftigende Flötentöne wurden von markanten Bassmixturen abgelöst, schlichten
Melodielinien folgte dicht ineinander gewirkte Polyphonie.


Geruhsamer, wiewohl nicht weniger bezaubernd, agierten die Sänger der Capella
Cantorum Freiburg. Feinste Nuancen wurden gestalterisch gewürdigt und erzeugten
einen chorischen Gesamtklang (bisweilen mit warmer, sanglicher Orgelbegleitung),
der ideal mit der nachhallstarken Akustik des Doms korrespondierte. Die Werke
von Palestrina, Lotti, Parry, Holst, Rathbone, Sateren, Gallus und Stanford
zeichneten einen musikalischen Weg von der Renaissance bis in die Moderne. Dabei
wurde die Architektur des Doms reizvoll zur Bildung aparter Klangformationen und
Klangmodellierungen in das Konzertgeschehen mit einbezogen. Etwa indem sich die
Vokalisten links und rechts des Altars zwischen den Säulen formierten, um
schließlich geschlossen dem Altar als Zentrum zuzustreben. Oder um vom Altar
auszuschwärmen, die Mittel und Seitengänge in zufälliger Choreografie
entlangzuschreiten und sich zum gemeinsam unisono gesungenen Schluss wieder vor
dem Altar einzufinden. Für die Werke Gallus’ und Stanfords teilte sich der Chor
nach zwei Seiten, so dass der doppelchörige Charakter noch deutlicher zum
Ausdruck kam.

Dem langen Applaus folgte als Zugabe ein optimistisches mehrstrophiges Lied, in
dessen Verlauf die Sänger den Mittelgang entlang dem Ausgang zustrebten - und mithin die Musik als innere Bewegung nach außen hin erfahrbar werden ließen.

Autor: Sigurd Kaiser
http://www.badische-zeitung.de/st-blasien/bezaubernde-klangmosaike-in-bewegung"


 

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*zusätzlich während der Schulzeit
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Samstag:   19:15 Uhr
Sonntag:    09:30 Uhr

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